Seit acht Jahren stehen die Vertreter das Bunds Naturschutz (BN) im Seebachgrund am Gewerbepark Heßdorf und warten auf den Bus. Sie warteten auch diesmal wieder vergebens, denn es gibt keine Haltestelle und der Linienbus donnert tagtäglich vorbei.

"Bisher gab es nur Versprechungen und die Leute werden hingehalten, obwohl die Haltestelle vor Jahren bereits im Gemeinderat beschlossen wurde", ärgerte sich Vorsitzender Christian Wosegien. Dabei gebe es viele Gründe, den Bus am oder im stark frequentierten Gewerbepark halten zu lassen.

Ältere Bewohner werden zum Einkaufen in Erlangen regelrecht gezwungen

Karin Bauernschmidt aus Großenseebach berichtete, dass die älteren Bewohner ohne Auto regelrecht gezwungen würden, ihre Einkäufe in Erlangen zu erledigen: Sie haben keine Möglichkeit, in den Gewerbepark zu kommen.
Das konnte auch Andrea Flaßbeck aus Dechsendorf bestätigen, obwohl der Gewerbepark nur unweit von Dechsendorf liegt.

Dabei würde sich eine Anbindung des Gewerbeparks mit Sicherheit lohnen. Das sei nicht nur die Meinung der vielen Kunden, sondern vor allem auch die der zahlreichen Angestellten der Märkte und Betriebe. Christian Wosegien betonte, dass die Arbeitsagentur keine Arbeitssuchenden in die Betriebe des Gewerbeparks vermitteln könne, weil er von den öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV) abgeschnitten sei.

Auch das Das Best Western Hotel Aurora im Gewerbepark muss seine Gäste, die mit der Bahn in Erlangen ankommen, auf Taxis verweisen. Ebenso sind viele der Mitarbeiter ohne Auto betroffen, die jeden Tag zusehen müssten, dass sie ihren Arbeitsplatz irgendwie pünktlich erreichen.

Unzumutbare Verhältnisse

"Das ist für ein modernes Gewerbegebiet - in dem es nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze gibt, sondern auch Angebote für die Kunden - eigentlich unzumutbar", schimpft der Vorsitzende. Dabei soll es auch beim Landratsamt Pläne für eine ÖPNV-Anbindung geben.

Den Politkern glauben die Demonstranten nichts mehr, denn die Bushaltestelle wurde schon vor Jahren im Gemeinderat beschlossen und auch die finanziellen Mittel dafür in den Haushalt eingestellt. Wie es aussieht, verstecke sich die Gemeinde Heßdorf hinter den Ausbauplänen des Staatlichen Bauamts. Irgendwann werde die Autobahn sechsspurig, und dann sollen Ein- und Ausfahrt sowie die Ampelanlage neu überplant werden. Dann stehe auch der geplante Kreisverkehr im Gewerbepark wieder zur Disposition.

Denn im Gemeinderat wurde ein Kreisverkehr deswegen diskutiert, um den ungeliebten Lkw eine Wendemöglichkeit zu verschaffe. Auch solle so sichergestellt werden, dass der Linienbus das Gelände wieder auf dem schnellsten Weg verlassen könne, da die Busbetreiber eine Einfahrt wegen des Zeitverlusts ablehnen.

Fischer wies ebenfalls darauf hin, dass der Gemeinderat einen Beschluss nicht umsetze, und das sei wohl nicht in Ordnung.

Vorsitzender Wosegien ist überzeugt, dass die Kunden, die mit dem Bus zum Gewerbepark kommen könnten, nicht nur zum Umweltschutz beitragen würden, sondern auch den Umsatz und damit das Gewerbesteuereinkommen der Gemeidne steigen lassen würden.

Zum Termin am Gewerbepark waren sowohl Bürgermeister Horst Rehder (BB) als auch ein Vertreter des Landratsamts eingeladen gewesen. Beide sind nicht erschienen.