Eine zarte weiße Fee schwebt im hellen Sonnenschein über die Wiesen von Auenland. Oder: Lisa Noack tanzt bei der 30. Eisgala des ESC ihre Version von "Herr der Ringe". Leicht schwingt sie sich durchs Eisstadion, dreht Pirouetten und wagt kühne Sprünge.
Sie ist eine der vielen jungen Eiskunstläuferinnen - unter den älteren Aktiven des Vereins sind nur vier männlich -, die am Samstagabend vor knapp 1000 Zuschauer ihr Können im Fadenkreuz zweier Scheinwerfer zeigen. Lisa Noack ist wie ihre Schwester Kristin eine erfahrene Tänzerin, die ihrerseits Kinder und die Jugendgruppen trainieren.
Lisa entführte die Besucher der Gala wieder in den Frühling, hatten sie sich doch nach den warmen Mittagstemperaturen erst einmal wieder für ordentliche Kälte einkleiden müssen.
Dennoch spürt man die Kälte allenfalls an den eigenen Füßen. Dagegen glaubt man, die jungen Eiskunstläuferinnen glitten über eine glitzernde Tanzfläche, ob sie als Gruppe einen fetzigen Rock'n'Roll aufs "Parkett" legen oder wie Kristina Dorotic und Sabrina Toifl auf verruchte Salonladys machen. Oder den Starlight Express von Rollschuhen auf Kufen verlegen.

Die Rosen flogen


Die Besucher danken es ihnen mit Rosen. Die flogen Anja Pessler übers Eis zu, anderen wurden sie bescheiden hinter der Bande überreicht. Ein reizendes Dankeschön für so viele gelunge Vorführungen.
Nicht um Sieg oder Niederlage ging es, sondern um das Bewundern der einzelnen Auftritte. Die verbanden - wie bei kaum einer anderen Sportart - sportliches Können mit der Kunst der Tanzdarbietung und Bühnenshow. Ganz besonders bei den Formationen.
Zwei Stichworte seien nur genannt: Choreographie und Outfit. Einfach ideenreich: die wehenden Nonnenschleier bei Sister Act, die putzigen Riesenlollis, die kess gewirbelten Schirme oder die Mausohren der Allerkleinsten.
Drei Jahre sind die jüngsten Eiskunstläuferinnen des ESC, wusste Moderatorin Sandra Arabi. Seit 1986 gibt es diese Choreographie zum alten Schlager "Die süßesten Früchte". Da tut es der Begeisterung keinen Abbruch, wenn die Trainerinnen so einen kleinen Eispurzel nach dem Sturz lieber auf den Arm nehmen.