Es ist alles wieder beim Alten. Der Versuch der Rathaus-Oberen, das historische Seel- und Siechhaus am Kirchenplatz an einen privaten Investor zu verkaufen, schlug fehl. Das berichtet Bürgermeister German Hacker nach der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates.
Es war ein Stadtratsbeschluss, das unter Denkmalschutz stehende alte Haus (älteste Erwähnung 1488) aus dem Stiftungsbesitz an einen privaten Interessenten veräußern zu wollen. Insgesamt fünf Bewerber hatten sich auf die Ausschreibung hin auch eingefunden. Es wurden Gespräche geführt, die jeweiligen Konzepte im Planungsausschuss präsentiert. Letztlich aber fanden die unterschiedlichen Interessen keinen gemeinsamen Nenner. Vier der fünf Anbieter zogen ihre Bewerbungen zurück. Das berichtet Hacker im FT-Gespräch.
Ein Bewerber hatte sich schon sehr frühzeitig aus dem Rennen verabschiedet, so dass noch vier verblieben, die allesamt aus Herzogenaurach kommen. Einer ist auch jetzt noch da, doch dessen Vorstellungen seien zwar "sehr reizvoll, aber unrealistisch", wie es Hacker ausdrückt. Mehr wollte er zu der Beratung hinter verschlossenen Türen nicht sagen.
Nur eines noch: Das Experiment Seelhaus ist damit beendet. Das Gebäude bleibt jetzt in städtischem Besitz und soll es dort laut Hacker auch die nächste Zeit noch sein. Denn es gebe keine Eile zu handeln.
Die Fassade ist bereits vor Jahren restauriert worden, so dass sich das Häuslein von außen schmuck präsentiert. Innen jedoch muss das Gebäude umfassend saniert werden. Und genau darin ist für Hacker auch der Grund zu sehen, dass die Bewerber letztlich kniffen. Denn "eine Geldanlage ist das nicht". Da müsse man wohl eine Viertelmillion Euro und jede Menge Eigenleistung investieren. Das hätte seinen Charme für jemanden, der sich das leisten kann, meint der Bürgermeister.
Also zurück in den Dornröschenschlaf, kleines Seelhaus.