Es ist gar nicht so leicht, bei Schwester Teresa Zukic, einer außergewöhnlichen und bundesweit geschätzten Frau, einen Termin zu bekommen. Anfragen beantwortet Schwester Teresa meist mit: "Im Auftrag des Herrn unterwegs - von meinem iPhone gesendet." Für ihren Einsatz im Auftrag des Herrn bekam sie vor wenigen Tagen auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Schwester Teresa, die von 1994 bis 2011 in Pegnitz als Gemeindereferentin wirkte, hat inzwischen mit der von ihr gegründeten "Kleinen Kommunität der Geschwister Jesu" in Weisendorf eine Heimat gefunden.

Schwester Teresa ist Millionen von Deutschen durch ihre Fernsehauftritte, Gottesdienste, Vorträge und Bücher bekannt. Die Diplom-Religionspädagogin ist national und international eine gefragte Gastrednerin und seit Jahren auch als Manager-Trainerin aktiv.
Der "Tausendsassa" im Ordensgewand ist noch vielen Menschen als "Skatende Nonne" bekannt, noch vor einigen Jahren legte sie kürzere Strecken im Ordensgewand auf dem Skateboard zurück und erregte damit bundesweites Aufsehen.

Auf mehr als 150 Vorträge im Jahr summieren sich ihre Auftritte. Sie spricht vor Top-Managern, bei Wirtschaftsforen und vor Ärzten ebenso wie bei Landfrauentagen, vor Christen aller Konfessionen und Kindern. Am Rande eines dieser Vorträge im Schindlerhof in Boxdorf erzählte sie aus ihrem Leben.

Zum Glauben fand sie sehr spät, mit 19 Jahren, in der Nacht vor einem Basketball-Match. Die in Slavonski Brod in Kroatien geborene Teresa Zukic, Tochter eines Fußballspielers, kam 1971 wegen des Sportes nach Deutschland. Im Schwimmen wurde sie badische Meisterin, als Kunstturnerin und Leichtathletin wurde sie hessische Pokalmeisterin und badische Meisterin im Mehrkampf.

Zukic besuchte die Realschule, das Wirtschaftsgymnasium, das Sportinternat und machte 1984 ihr Abitur. "Heute sieht man es mir vielleicht nicht mehr an, aber ich war damals voll auf eine berufliche sportliche Karriere ausgerichtet", erzählt die Ordensschwester. Dann kam eine Nacht, die ihr Leben in eine völlig andere Bahn lenken sollte. Eine 400-Meter-Läuferin und Freundin "mistete" ihr Zimmer aus und überließ Teresa Zukic einen Stapel Bücher.

Eins davon war die Bibel. "Ich las von Gott, von Jesus und davon, die linke Wange hinzuhalten, wenn dir jemand auf die rechte schlägt, und in mir änderte sich was", berichtete sie aus dieser Nacht. Als sie anderntags beim Basketballspiel von einer Spielerin übel gefoult wurde, blieb sie ganz cool. "Wäre das am Tag vorher passiert, dann hätte es ganz schön gescheppert, aber ich blieb die Ruhe selbst." Von da an änderte sich ihr Leben.

Teresa Zukic ließ sich im April 1984 taufen, absolvierte ein soziales Jahr und ging zu den Ordensschwestern bei den Vinzentinerinnen von Fulda. Sie wurde im Kinderdorf Maberzell und in den Altenheimen in Fulda sowie Marburg eingesetzt, dazu noch in den Krankenhäusern in Kassel, Hünfeld und Hanau sowie im Behindertenheim und der Sonderschule in Fulda. In München ließ sie sich in der Altenpflege ausbilden und begann das Studium der Religionspädagogik und war nach dem Abschluss als Gemeindeassistentin tätig.

Ein Faible für Skateboards

Seit dieser Zeit hat sie auch neun Musicals komponiert und initiierte acht Kirchenfestivals, rief den Kindergottesdienst "Abenteuerland" mit bis zu 300 Kindern ins Leben, leitete auch noch vier Chöre und hat einige Bücher veröffentlicht. Oft ist sie sechs Tage die Woche unterwegs und referiert von "Fünf Schritten zu einem erfüllten Leben" oder "Vom befreienden Umgang mit Fehlern". So viel Engagement, verbunden mit ihrem früheren Faible für Skateboards, sorgte natürlich für ein ordentliches Aufsehen in den Medien. So flimmerte 1992 ihr Gesicht bei "Schreinemakers live" über die Fernsehschirme.

Spätestens seit ihrem Auftritt in Jörg Pilawas Sat.1-Quizshow, in der sie und Pfarrer Franz Reuss 100.000 Euro gewonnen haben, ist die Ordensschwester vielen Fernsehzuschauern ein Begriff. Zudem gewann sie 2004 den Kulturpreis für Musik und Gegenwartsliteratur.

Erfolg geht für Schwester Teresa damit einher, "Gott in allen Begegnungen zu suchen und zu finden", sagt sie. Die Energie, die sie aufwendet, bekommt sie durch die positiven Reaktionen zurück: "Oft fühle ich mich nach einem langen, anstrengenden Vortrag besser als davor."

Normalerweise ist Schwester Teresa nicht um Worte verlegen. Doch als eines Abends das Telefon klingelt, blieb ihr die Sprache weg. Da war von der Bundesverdienstmedaille die Rede und ob sie wohl mal Zeit hätte. Auf die Frage nach ihrer Adresse war sie total durcheinander, "ich habe nicht mal mehr meine Postleitzahl zusammenbekommen", erzählt sie im Nachhinein schmunzelnd. Den Abend und einen Teil der Nacht verbrachte sie dann in Tränen aufgelöst. "Das waren Freudentränen. Ich hab' mich wahnsinnig gefreut, mich hat ja niemand drauf vorbereitet, die haben mich da ganz einfach rein rennen lassen."