Die Kinder aus dem Dorf machen sich Sorgen um drei Schwanenküken und deren Mutter. Mit einem selbstgemalten Schild: "Vorsicht - Schwan mit Babies - langsam fahren" machen sie auf ein Gelege nahe einer Zufahrt aufmerksam.

Grund genug haben die besorgten Jungbürger. Schließlich kam der Schwanenmann aus bisher nicht geklärten Umständen ums Leben. Jetzt schlüpften drei Küken, die von der Schwänin eifersüchtig bewacht werden. Das nährt die Sorge, dass wieder etwas passieren könnte.

In der Tat spielt sich da ein Spektakel ab, wenn Neugierige am Nest vorbeigehen. Sie werden von der Schwanenmama mit aufgerissenem Schnabel und lautem Fauchen begrüßt. So hält jeder gerne respektvollen Abstand.
Da sich das Nest unmittelbar an einer Zufahrt befindet und das Schwanenpaar schon zu Beginn der Brutzeit bei einer Annäherung ziemlich aggressiv reagierte, hat der Oberlindacher Lothar Ort das Nest mit einer Absperrung abgesichert. "Damit müssen sich die Schulkinder nicht mehr fürchten und die Leute sehen, dass da etwas ist", erklärte Ort und besorgte sich beim Weisendorfer Bauhof und der Baufirma Kaiser das erforderliche Material für die Absperrung.

War schon der Tod des Schwanenmannes geheimnisvoll, gibt es nun eine noch weitere Ungereimtheit. Schon zu Beginn der Brutzeit fiel im Nest ein grünes Ei auf und Lothar Ort schüttelte schon damals etwas ungläubig den Kopf.

Inzwischen sind drei Küken geschlüpft, eifersüchtig bewacht von ihrer Mutter, und das grüne Ei liegt immer noch im Nest. "Ein Schwan hat keine grünen Eier", meint Ort und rätselt, woher das wohl stammen könne. Denn es sei nahezu unwahrscheinlich, dass eine andere Vogelart dort ein Ei abgelegt hat. Allerdings gibt es tatsächlich Schwäne, die grüne Eier legen: die Trauerschwäne. Die aber sind schwarz.


Plan B

Ort befürchtet aber auch, dass die Schwanenmutter noch länger auf dem Ei sitzen bleibt, möglicherweise die Küken vernachlässigt und diese sich allein davon machen werden. Was dann auch mit Sicherheit ihren baldigen Tod bedeuten würde. Also wurde Plan B entwickelt, das grüne Ei soll aus dem Nest geholt und untersucht werden.

Natürlich lässt sich die Schwanenmama nicht so einfach vom Gelege weg locken und zu nahe darf man ihr auch nicht kommen. Ein großer Kescher könnte die Lösung sein, um an das Ei zu kommen. Es könnte sich aber auch um einen Scherz handeln. Vielleicht wurde zu Beginn der Brutzeit ein Kunstei ins Nest gelegt oder es wurde der Schwänin ein echtes Ei untergeschoben.