Die Mittelschule am Burgstaller Weg in Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) wird nach ihrer Fertigstellung zu den modernsten Schulen der Region gehören. Bis dahin werden rund 13,3 Millionen Euro, davon 1,9 Millionen Euro von der Regierung verbaut sein.

Die Qualität eines Schulgebäudes drücke aus, welchen Stellenwert eine Gesellschaft der Bildung beimesse. Damit ein Kind freiwillig lerne, brauche es "einladende Räume, in denen es sich inspiriert fühlt", betonte Bürgermeister German Hacker (SPD) beim Richtfest. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit und einjähriger Planung erfolgte am 1. August 2012 der Spatenstich. In zwei Bauabschnitten wird das gesamte Schulgebäude modernisiert und auf den neuesten Stand der Energiespartechnik gebracht.

Zu den Sommerferien wird der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein und die endgültige Fertigstellung ist für August 2014 terminiert.
Bei einem Rundgang durch den Rohbau konnten sich die Ehrengäste und eine Schulklasse bereits ein Bild machen, wie es nach der Fertigstellung im Innern aussehen wird. Architekt Stephan Haas erläuterte die einzelnen Gewerke und besonders das Energiekonzept.

Durch den langen Winter und die Regenwochen kam es zwar nicht zu Verzögerungen, aber zu manchen "außergewöhnlichen Situationen", erläuterte Haas. Musste im März der Schnee mit dem Baukran weggehoben werden, wurde es in der Regenphase in einigen Räumen ziemlich feucht; deshalb laufen derzeit Trockengeräte auf Hochtouren. Jetzt ist die Gebäudehülle dicht und zahlreiche Handwerksfirmen werkeln bereits am Innenausbau.
Damit keine Zeitverzögerung auftrat, wurde in den unteren Stockwerken bereits mit den Trockenbauarbeiten begonnen, während oben noch betoniert wurde. Derzeit sind die Trockenbauer ebenso am Arbeiten wie Schreiner, Estrichleger und Putzer: Rund 70 Handwerker sind auf der Baustelle beschäftigt.

"Nach dem heutigen Stand werden Zeitplan und Umzug zum Ende der Schulsommerferien 2013 eingehalten", erklärte Hacker der Schulklasse. Klassen müssten später, nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes zwar nochmal umziehen: "Dafür bekommt ihr aber ein schönes Schulhaus und helle moderne Klassenzimmer."
"Trotz mancher Unbequemlichkeit und die Bauarbeiten sowie Schulbetrieb unter einen Hut zu bringen, klappte es bislang reibungslos", erklärte Schulleiter Heinz Pröll. Obwohl das Schulgebäude keinen Dachstuhl haben wird, musste ein Richtbaum nach altem Brauch sein. Denn das Richtfest ist eine Geste der Danksagung an alle, die am Neubau beteiligt waren, darauf legt Architekt Haas Wert.

Im Mittelpunkt des Richtfestes steht der Richtspruch. Schon im frühen Mittelalter finden Richtsprüche Erwähnung. Sie bringen Freude am Bauwerk und Dank an die Mitwirkenden und den Bauherren zum Ausdruck. Sie zeigen den Stolz der Zimmerleute auf ihr Handwerk, ihr Brauchtum und ihre Kollegen. Der Richtspruch ähelt einem Gebet, denn er bittet um den Segen Gottes für das Haus. Der Spruch beschwört das Glück für den Bau und Schutz für alle, die darin ein- und ausgehen.

Auch danken die Zimmerleute dem Allmächtigen für seinen Schutz während ihrer Arbeit. Oft wenden sie, um daran zu erinnern, nach Ende des Richtspruchs den Blick zum Himmel.

Der Zimmermann, der den Richtspruch hält, bekommt ein Glas Wein, dann spricht er laut und deutlich seinen Spruch. Danach hebt er das Glas, lässt den Bauherrn hochleben und wirft das Glas auf den Boden oder gegen eine Wand, damit es zerspringt und die Scherben Glück bringen.

Das Richtbäumchen, eine Birke, war nicht - wie sonst üblich - mit bunten Bändern geschmückt, sondern mit Halstüchern. In solchen Tüchern war früher das Trinkgeld für die Handwerker eingebunden. Bauleiter und Architekt Haas ließ diesen uralten Brauch wieder aufleben.