Niko aus der Vierten umarmt den kleinen Christian, der am Mittwoch seinen zweiten Schultag hatte. Und Melissa hat mit Anna und Emmy gleich zwei Mädchen zugeteilt bekommen, und alle herzen sich. Die älteren Schüler sind für die kommenden Monate an der Cunz-Reyther-Grundschule die Begleiter der Schulanfänger. Weil doch alles noch neu ist und es im Lauf des ersten Jahres eine Menge gibt, was man denn wissen muss. Da können die Großen gut helfen.

Jeder Schulanfänger hat so einen Paten bekommen, erzählt Schulleiter Helmut Reinbold. Das wird, gleichsam nach dem Motto "Die Großen helfen den Kleinen", schon lange so gehandhabt. "Manchmal wachsen da auch richtige Freundschaften", sagt der Pädagoge. Wichtig sei, dass die Kleinsten einen "definierten Ansprechpartner" haben, für alle Fragen, die die Schule so mit sich bringt.

Eine Frage ließ sich gestern schnell klären.
Denn der zweite Schultag ist in Niederndorf auch immer dem Verteilen der Sicherheitstrapeze vorbehalten. Da erklärte Xenia, eine Schülerin aus der vierten Klasse, den Neuen, wie man das leuchtende Teil richtig umhängt.

Nach der Begrüßungsveranstaltung, zu der auch die Eltern eingeladen waren, begaben sich die Abc-Schützen, Händchen haltend mit ihren Paten, in die Klassenzimmer, zum Kennenlernen. Auch den ersten Wandertag gestalten die Schüler gemeinsam. Die Großen helfen den Kleinen.

46 Kinder sind in der ersten Jahrgangstufe in Niederndorf eingeschult worden. Sie verteilen sich auf zwei Klassen. Und da gibt es seit dem vergangenen Jahr eine Neuerung. Denn eine der beiden Klassen wird bilingual, also zweisprachig gebildet. Das bedeutet, dass der Unterricht sowohl in deutsch als auch in englisch gehalten wird. Mit Julia Wietek hat die Schule extra eine neue Lehrerin angestellt, die über ein entsprechendes Englischstudium verfügt.

Die Nachfrage auf diese Form des Unterrichts war groß, erzählt Reinbold. 26 Kinder sind in der bilingualen Klasse, 20 Eltern haben die gewöhnliche Form gewählt. Man habe sogar noch Platz für Quereinsteiger, sagt der Rektor. Denn es seien auch Eltern weggezogen, nach New York und Irland zum Beispiel. Auch ein Zeichen dafür, wie notwendig englisch auch schon in der ersten Klasse ist.

Eingangs hatte Wolfgang Gerstberger, der Erste Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Herzogenaurach, auf die Notwendigkeit der gelben Sicherheitzstrapezs aufmerksam gemacht. Wenn man mal eine Fünf im Rechnen hat, dann lasse sich das sicher wieder gut machen. Wenn man aber auf dem Schulweg überfahren wird, sei das anders, sagte Gerstberger. Deshalb sollen die Kinder, auch wenn es morgens noch hell ist, die Westchen umhängen. "Damit ihr besser leuchtet und gesehen werdet". Und dann appellierte der Sicherheitsmann noch an die Schüler, sich auch als Schulweghelfer zur Verfügung zu stellen. Denn hier bestehe Bedarf.