Mit einer Wassertropfenbahn, die den Lotus-Effekt anschaulich darstellt, dem Seminararbeitsthema von Manuel Moser, wurden vor kurzem die Korridorexperimente in der Aula des Gymnasium eröffnet. Moser begeisterte jedoch nicht nur die Lehrer und Gäste mit seinem außergewöhnlichen Experiment, sondern auch die Jury des "Cluster Nanotechnologie-Wettbewerbs", bei dem er den zweiten Platz in ganz Bayern belegte und seinen Preis im Deutschen Museum entgegennehmen durfte.

"Lotus-Effekt, das kennt ja eigentlich jeder." Mit diesen Worten begann er seine Arbeit zu erklären und erntete schließlich großes Erstaunen. Sein Experiment ist als einziges der vorgestellten Themen in der Aula installiert worden. Bei einem Rundgang durch die Schule kamen auch die anderen Kursteilnehmer zu Wort.


Schülertrappeln statt Erdbeben



Fabian Schneider beispielsweise entwickelte eine Schnittstelle und die Software für den Schulseismographen, um Erdbeben messen zu können. Allerdings werden an der Schule anstelle von Erdbeben die vorbeilaufenden Schüler registriert. Daraufhin stellte Tobias Würch die Piezoelektrizität vor und eine Station weiter klärte Jan von Schwanebach die anwesenden Gäste über den Brückenbau und den Satz des Pythagoras auf. "Jeder Schüler, mich selbst eingeschlossen, fragt sich, wie sich der Satz des Pythagoras erklären lässt, deshalb habe ich mich mit diesem Thema befasst."

Mit einem ganz anderen Thema hat sich Tim König beschäftigt, der die Gäste ins Heilige Römische Reich führte. Seine Aufgabe war es nämlich, ein Modell der Stadt Rom mit Leuchtdioden (LEDs) zu beleuchten. Beim weiteren Durchqueren des Schulgebäudes fielen sofort die bunten Plakate ins Auge, die von Sebastian Loos verfasst wurden und die Geschichte der Physik erläutern. "Da die alten Poster schon zehn Jahre an der Wand gehangen haben, war es nun endlich an der Zeit, dass schöne, neue Plakate unsere Schulwände schmücken", erklärte Seminarleiterin Astrid Dobler.


Modelle zum Ausprobieren


Abschließend stellten Tim Habermann seinen Heronsbrunnen und Julian Brost seine elektrischen Messgeräte und Widerstandsschaltungen vor. Die Modelle der Oberstufenschüler sollen ihren Mitschülern auf einfache Weise die verschiedenen Bereiche der Physik vorstellen und zum selbst Ausprobieren einladen.

Ziel ist es laut Astrid Dobler auch, das Interesse für Physik bei mehr Schülern zu wecken. Allerdings wurde bei der Eröffnung deutlich, dass nicht nur Schüler ihren Spaß an den Seminararbeiten haben, sondern auch die Erwachsenen wie Schulleiter Norbert Schell. Vor fast einem Jahr war der erste Teil der Korridorexperimente installiert worden, so dass sich momentan 15 Arbeiten im ganzen Schulgebäude befinden und darauf warten, erprobt zu werden.