In der Metropolregion gibt es nur eine Stadt, die eine offizielle Partnerschaft mit einer Kommune in Afrika pflegt. Und genau diese Freundschaft ist die älteste, die zwischen zwei Städten aus Deutschland und Burkina Faso besteht. In diesem Jahr können Herzogenaurach und Kaya nämlich das 40. Jubiläum ihrer Verbandelung feiern.

Das alles erfuhren die fünf Besucher vom Berufsbildungszentrum gestern Vormittag im Rathaus bei Bürgermeister German Hacker. Der Grund der Zusammenkunft war die Übergabe eines Schecks in Höhe von 1100 Euro, die in die Partnerstadt fließen sollen. Hacker nutzte die Gelegenheit, Kaya den Besuchern vorzustellen.
Beim Weihnachtsmarkt hatten die Schüler aus dem Zweig Einzelhandel eine Woche lang Stände vorbereitet, Sachen verkauft, die Gäste bewirtet und eine Tombola organisiert. 1100 Euro sind als Erlös herausgesprungen - nicht nur für hiesige Verhältnisse eine stattliche Summe. Im afrikanischen Kaya kann damit viel Gutes getan werden, wie der Bürgermeister erläuterte. Bei 60 Euro pro Jahr liege dort nämlich der Durchschnittsverdienst, ergänzte Rosa Abel als Partnerschaftsbeauftragte im Rathaus.

"Wunderbar" findet stellvertretender Schulleiter Martin Wirsching den Verwendungszweck. Denn das Geld soll, ohne Abzug versteht sich, direkt in ein Nahrungsprogramm an den Schulen fließen. Die Kinder sollen regelmäßig ein Essen bekommen. An Nahrungsmitteln fehle es nicht, aber an Geschirr und Töpfen. Kaya selbst hat sechs Gymnasien und sieben Grundschulen und in den 70 umliegenden Dörfern, die zu der Partnerstadt gehören, kommen zahlreiche weitere Stätten hinzu. Da ist der Bedarf groß.

Auch Alisa Hedzic und Sascha Wagner haben an der Aktion teilgenommen. "Jeder wollte natürlich das meiste Geld erzielen", sagte Alisa. Also haben sie die Leute dann auch mit verschiedenen Angeboten an ihre Stände gelockt. "Wir verkauften den Kaffee für 50 Cent und spendeten einen Lebkuchen dazu", sagt die Schülerin. Das hat sich dann auch gelohnt. An vier Schultagen war täglich eine andere Klasse aktiv.

Begleitet wurden die Jugendlichen auch von den Lehrkräften Sonja Eberle und Wolfgang Sauer. Im Unterricht ist das Projekt Weihnachtsmarkt dann auch vorbehandelt und nachbesprochen worden. Für die Einzelhandelsklassen sei das Thema gerade richtig gewesen. "Jetzt müssen sie auch mal was verkaufen", sagte Sauer.
So sei die "engagierte und teamorientierte Zusammenarbeit" auch beim zweiten Mal ein Erfolg geworden. Motiviert worden war man, da der Markt im Vorjahr überragend angenommen wurde. Unterstützung kam bei der Bestückung der Tombola mit 250 Losen auch von den Ausbildungsbetrieben der Schüler.

Zur Feier des 40. Geburtstags erwarten die Herzogenauracher im Sommer auch eine offizielle Delegation aus der Partnerstadt. Auch die Kulturtage im Herbst werden dem Jubiläum Rechnung tragen. Afrika ist da das Thema.
Zuvor schon kommt ein Künstler aus Kaya nach Franken. In der Schmiede von Walter Drebinger wird Roger Bamago auch arbeiten dürfen. Schon jetzt konnten sich die Gäste ein Bild von den Werken des Bildhauers machen. Sie konnten eine Bronzefigur bestaunen, die Bürgermeister Hacker aus den Kayaschätzen des Rathauses hervorzauberte.

Unterdessen ist ein Hilfstransport, der im Dezember in Herzogenaurach gestartet war, in Kaya angekommen.