BiengartenIn unserer Region wird vor allem Baiersdorf mit dem Kren in Verbindung gebracht, obwohl er im dortigen Umkreis kaum mehr angebaut wird. Der meiste Kren stammt aus dem Aischgrund. Ein Anbauer ist die Familie Schmidt in Biengarten.

Der Meerrettich (cochlearia armoracis rusticana), in unserer Gegend als Kren tituliert, wird auch als Bauernsenf oder als "Penicillin aus dem Garten" tituliert.

Wer Kren anbauen will, der braucht ein biegsames Kreuz. Denn ein Spruch lautet: "Ein Acker mit Kren will seinen Herrn jeden Tag seh'n!" Aus diesem Grund wird nur noch von einigen Landwirten die scharfe Wurzel kultiviert.

Wissenschaftlicher Schärfetest

Die Familie Schmidt baut in diesem Jahr um Biengarten auf vier Parzellen mit insgesamt fünf Hektar die scharfe Wurzel an. Bei Kren wird immer das Herkunftsland angegeben. Kultiviert wird von ihnen Österreicher (steirischer) Kren, außerdem Dänischer Kren. Den Anbau des Ungarischen Krens haben die Schmidts inzwischen wieder auslaufen lassen, er hat nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.

Dazu kommen noch weitere elf Sorten, die als Langzeitversuch in Verbindung mit dem Landwirtschaftsamt angebaut werden, um die Verträglichkeit für unsere Region auszutesten. Wichtig sind der Wuchs und der Ertrag, außerdem wurden die geernteten Stangen in Verbindung mit der Universität Erlangen auf ihre Schärfe untersucht.

Auf den Feldern um Biengarten ist inzwischen das typische Anzeichen für den Herbst zu sehen, die Krenpflanzen treiben die ersten gefiederten Blätter aus.

Gerhard Schmidt rechnet in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte. Denn für das Wachstum ist wie bei allen Feldfrüchten das Wetter ausschlaggebend. Auch im Jahr 2020 fehlte das Wasser in Form von Niederschlägen. Einige Felder konnten die Schmidts zusätzlich bewässern, andere sind von vorneherein mit einer besseren Bodenqualität gesegnet. Sollte Ende September und Anfang Oktober, wie prognostiziert, noch Regen kommen, dann legt der Kren nochmals an Gewicht zu.

Da der Meerrettich Bitterstoffe hat und diese erst im Verlauf der Reife abbaut, ist die Haupterntezeit im Oktober bis Ende November. Mit dem 20. Oktober startet bei den Schmidts die Ernte. Unterstützt werden sie von Erntehelfern aus Rumänien. Diese müssen zuerst einen negativen Corona-Test vorweisen, bevor sie die Schmidts bei der Ernte unterstützen können.

Corona beeinflusst auch die Ernte

Zum Einsatz kommt eine Erntemaschine, mit der die Krenstangen aus dem Boden geschüttelt werden. Die Erntehelfer laden sie dann auf einen Wagen.

Sowohl die Krenstangen, die verarbeitet werden, als auch die kleinen Fechser müssen komplett aus dem Acker entfernt werden, damit auf dem Feld im nächsten Jahr keine Krenpflanzen wachsen, da eine andere Frucht angebaut wird. Auch die schwarzen Kunststoffmanschetten, die im Kopfbereich der Pflanze verhindern, dass sich ungewollte Seitentriebe bilden können, müssen aufgesammelt werden. Anschließend gilt es, in Biengarten den Kren zu putzen und zum Verkauf vorzubereiten. Außerdem müssen die geeigneten Fechser für den Anbau im kommenden Jahr aussortiert und gebündelt und aufrecht stehend in die Miete eingelegt werden.

Der Kren aus Biengarten wird zum Teil an Firmen zur Verarbeitung verkauft. Einen Teil liefern die Schmidts an zahlreiche Direktvermarkter. Außerdem waren sie alljährlich auf der Consumenta in Nürnberg mit einem Stand vertreten. Was auch heuer, trotz der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen, wieder klappen wird.

Da die Schmidts bei der Verarbeitung weitestgehend auf Konservierungsmittel verzichten, ist Tafelmeerrettich vier bis fünf Monate, Gemüsemeerrettich rund zwei Monate haltbar.

Übrigens: Namensgeberin für das Markenzeichen "Marga's Kren" ist Marga Schmidt höchstpersönlich.