Ein riesiges Nadellager grüßt seit Mittwochvormittag an der Erlanger Straße in Höhe des Berufsbildungszentrums. Dort, wo täglich tausende von Schaeffler-Mitarbeitern mit ihren Fahrzeugen zur Arbeit fahren, grüßt nun ein übergroßes Symbol, das die Dynamik des Unternehmens zeigt. Ein Symbol für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns und die Bedeutung der Stadt Herzogenaurach gleichermaßen. Die beiden Gesellschafter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg ließen es sich nicht nehmen, die Skulptur am Vormittag zu enthüllen.

Es war eine Idee der Stadt, dass sich Schaeffler als größter Unternehmer Herzogenaurachs an der Gestaltung der Ortseingänge beteiligen möge. Auf der Grünanlage an der Berufsschule war schnell ein geeigneter Standort für das Monument gefunden, wie es Bürgermeister German Hacker (SPD) bezeichnete.


Die Skulptur stellt ein Nadellager der Baureihe HK 6032 dar. Im Original ist das Lager knapp sechs Zentimeter groß und 32 Millimeter breit. Es wiegt gerade mal 136 Gramm. Die Skulptur an der Erlanger Straße wiegt knapp vier Tonnen und ist damit 30 000 Mal schwerer. Das Großlager hat ein Durchmesser von 3,04 Metern und ist mit Sockel 3,70 Meter hoch. Das Stahlmonument enthält 36 Nadeln.


Bewegend

In der Pressemitteilung wird noch erwähnt, dass sich die Gestalter für Edelstahl als Oberfläche entschieden haben. Diese wurde mit Glasperlen bestrahlt. Als Vorteil wird angegeben, dass die homogene Oberfläche weder rostet noch spiegelt. Bei Dunkelheit wird die Skulptur angestrahlt.

Bürgermeister Hacker stellte fest, dass das Wort "Bewegend", das die Stadt Herzogenaurach trefflich bezeichnet, die beste Schnittmenge sei zwischen Technologie und Sport, also zwischen den Weltfirmen der Stadt. Dieses Symbol für die Technologie des Standorts wolle man bewusst an einer viel befahrenen Straße zur Schau stellen, es gelte gleichsam für den Wohlstand einer gesamten Region wie für die wirtschaftliche Entwicklung und die Innovationskraft des Unternehmens. "Das Symbol wird seine Wirkung nach außen nicht verfehlen", sagte Hacker. Landrat Alexander Tritthart (CSU) zeigte sich dankbar für die vielen Arbeitsplätze, die Schaeffler in Herzogenaurach für die Menschen im Landkreis anbietet. "Das muss unserer oberstes Ziel sein".

Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann sprach auf den historischen Bezug an. 1947 stellte Ina erstmals Nadellager her, erst für die US-Armee, dann für einen wachsenden Kundenkreis. 1949 entwickelte Georg Schaeffler schließlich den Nadelkäfig, in dem die Wälzkörper achsparallel geführt werden. Diese neue Bauart war gegenüber den bisherigen Lagern kompakter, leichter und zuverlässiger, sagte die Witwe des Erfinders.
Der industrielle Durchbruch und ein rasantes Wachstum folgten. 1956 präsentierte sich das Unternehmen aus Herzogenaurach auf der Hannovermesse als Hersteller des größten Nadellager-Sortiments der Welt. Bereits 1950 war der Ina-Nadelkäfig als Patent angemeldet worden.

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann warf auch einen Blick in die Zukunft. "Die Lager von Schaeffler bleiben Schlüsselkomponenten für jede Anwendung, bei der sich etwas bewegt", sagte sie. Die Skulptur sei ein Signal, "dass wir ein kraftvoller Bestandteil des modernen Industriestandorts Herzogenaurach sind, den wir mitgeprägt haben", ergänzte die Herzogenauracherin.