In der mehr als vierstündigen Sitzung des Gemeinderates mussten über 33 Tagesordnungspunkte abgehandelt werden, wobei die Vorstellung des Planungskonzeptes zur Generalsanierung der Grundschule Hannberg mehr als zwei Stunden in Anspruch nahm. "Die Fülle der noch ausstehenden Punkte erfordert am 4. Oktober eine weitere Sitzung", erklärte Bürgermeister Horst Rehder (BB) eingangs.

Die Vorstellung des Planungskonzeptes setzte der Bürgermeister zusammen mit der Vergabe der Projektierung der Heizungsanlage ans Ende der Sitzung. Wie schon den Mitgliedern des Bauausschusses stellten die Planer Mario Bodem und Wilhelm Stockel Büro Dess und Falk den Gemeinderäten das Planungskonzept (der FT berichtete) vor. Bei der jetzigen Vorstellung verwiesen die Planer auf noch genauere Kosten, weil weitere Gutachten einflossen und neue Erkenntnisse berücksichtigt werden konnten.


Wie schon im Bauausschuss erläutert, belaufen sich die Sanierungskosten nach der aktuellen Kostenschätzung auf knapp 9,8 Millionen brutto, ein Plus gegenüber dem Gutachten vor über zwei Jahren von rund 2,8 Millionen Euro. Das Plus konnten die Planer auch begründen, so war im damaligen Gutachten eine Reihe von notwendigen Maßnahmen nicht berücksichtigt und die Untersuchungen gingen nicht so ins Detail wie die jetzigen Untersuchungen.


Rettungswege fehlen

Wie bereits berichtet, muss beim Brandschutz im Wabenbau unverzüglich, also noch vor der Sanierung des Schulgebäudes gehandelt werden, dies soll in den Herbstferien erledigt werden, nachdem in den Sommerferien kurzfristig keine Handwerksfirma beauftragt werden konnte. Wie berichtet, verfügt der Wabenbau weder über einen ersten noch über einen zweiten Rettungsweg, und da die Fenster größtenteils nur gekippt werden können, ist auch eine Evakuierung über die Fenster nahezu unmöglich. Für Mario Bodem stellt sich deshalb auch die Frage, wie der Wabenbau damals überhaupt genehmigt werden konnte.

Im bisherigen Gutachten fand auch die notwendige Belüftung der Räume ebenso wenig eine Berücksichtigung wie eine Brandmeldeanlage sowie erforderliche Neuinstallationen bei der Elektrik und im Heizungs- und Sanitärbereich.

Dass die Gemeinderäte bei Vorstellung der Zahlen etwas schlucken mussten, war voraussehbar. Bürgermeister Rehder wollte die 9,8 Millionen als Obergrenze verstanden wissen, dies konnten die Planer noch nicht versprechen, erst im nächsten Schritt bei der Kostenermittlung werden genauere Zahlen auf dem Tisch liegen. Wobei Architekt Bodem und Fachplaner Stockel davon ausgehen, dass sich die Summe eher verringern wird, denn die Planer setzen auf eine Standardisierung der Räume und der Einrichtung, was bei den Ausschreibungen zu günstigeren Preisen führen wird.

Auch die Diskussion zu Abriss und Neubau ist vom Tisch, denn bei einem Neubau, der noch mehr kosten würde, greife ein anderes Raumprogramm und das bedeutet weniger und auch kleinere Räume, außerdem wären die Kosten noch um einiges höher.


Einige hatten Bauchschmerzen

Am Ende der Vorstellung und des langen Abends gab es für die detaillierte Ausarbeitung des Konzeptes Lob, obwohl aufgrund der Zahlen einige Gemeinderatsmitglieder Bauchschmerzen hatten. Natürlich wird die Sanierung auch staatlich gefördert und insgesamt kann die Gemeinde mit einer Förderung, aufgeteilt in Schule, Turnhalle und Hort, von knapp vier Millionen Euro rechnen. Damit muss die Gemeinde mit Kosten von etwa 5,7 Millionen Euro rechnen, die über mehrere Jahre verteilt werden sollen, denn die Sanierung kann nur über mehrere Bauabschnitte erfolgen.
Der Kämmerer wird dem Gremium in einer der nächsten Sitzungen einen Finanzierungsplan vorlegen, "denn wir haben noch weitere und zum Teil schon beschlossene Maßnahmen durchzuführen, so das neue Löschfahrzeug und das geplante Feuerwehrgerätehaus", erklärte der Bürgermeister.