Gutes vom Direkterzeuger wünschen sich viele Menschen. Doch der Gang von einem zum anderen Hofladen schreckt viele Verbraucher ab.

Das Interesse an regionalen Produkten war auch der Grund, warum Volker Heise vor rund zweieinhalb Jahren entschieden hat, dass sich in diese Richtung etwas tun muss. "Ich bin dann doch immer nur sporadisch gegangen", sagt der Geschäftsführer von Regiomino. "Und ich habe mir gedacht, dass es möglich sein müsste, Lebensmittel auch im Internet zu bestellen."

Jüngst einen Preis gewonnen

Diese Idee hat ihn nicht mehr los gelassen und so gründete er vor zwei Jahren regiomino.de mit seinem Partner Martin Frericks. Seither arbeiten sie vollzeit an der neuartigen Plattform. Nun bekamen sie für diese Idee einen Preis im Wettbewerb "Deutschland - Land der Ideen".

"Wir wollen eine große Menge an Leuten erreichen und ihre Einkaufsgewohnheiten auf regionale Produkte lenken", sagt der Unternehmer. Dabei ist die Handhabung der Bestellung für den Verbraucher einfach. Komplizierter sind die Vorgänge hinter dem Computer-Bildschirm.

Wenn man bestellen will, kann man einfach seine Waren - Obst, Gemüse, Öle - in einen Einkaufskorb legen und einen Regiomino-Point oder Hauslieferung auswählen. Die Bezahlung läuft wie bei den meisten Online-Shops: über Paypal, auf Rechnung, per Lastschrift oder Sofortüberweisung.

Die Waren werden dann zu einem der so genannten Regiomino-Points oder direkt nach Hause gebracht. Regiomino-Points sind zum Teil die Hofläden der Direktvermarkter, in denen die Produkte auch der anderen Anbieter aus der Bestellung bereit stehen. Ein weiterer wichtiger Standort für die Abholung sind Arbeitsplätze. Hier bieten zum Beispiel das Landratsamt in Bamberg oder Siemens in Forchheim schon Abhol-Stationen an.

"Als nächstes planen wir, auch in der Metropolregion vermehrt Standorte einzurichten", erklärt Volker Heise. Momentan führen sie Gespräche mit Siemens in Nürnberg. "Die Metropolregion steht auch für Regionalität und ist daher ein sehr guter Partner für uns." Bis zum Herbst sollen die Standorte dort ausgebaut sein.

"Bisher läuft das oft stereotypisch ab: Die Frau bestellt abends im Internet, der Mann holt die Produkte auf dem Nachhauseweg ab", sagt Volker Heise.

Es habe auch die Überlegung gegeben, eigene Läden zu eröffnen. "Wir haben dann aber entschieden, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen", sagt Volker Heise.

Hinter den Kulissen ist der Ablauf etwas komplexer. "Wir systematisieren die Prozesse", sagt Volker Heise. Das heißt konkret, dass Spediteure bei den einzelnen Hofläden vorbei, fahren und die Waren holen. Diese werden dann entweder zu einem Lager gefahren und dort sortiert, oder direkt ausgefahren.

Große und kleine Anbieter

Als Anbieter werden die größeren Direktvermarkter angesprochen. "Aber auch die kleineren sind willkommen und können gerne auf uns zukommen", sagt Volker Heise. Die Anbieter können ihre Preise selbst festlegen. "Auf Dauer wollen wir, dass die Erzeuger mehr Erlös haben." Das soll zum einen durch bessere Planbarkeit und zum anderen durch sichere Abnehmer geschehen. "Die Herausforderung ist ganz klar, dass wir schauen müssen, dass sich die Preise, die wir anbieten, auch lohnen", erklärt Volker Heise.

Momentan werden auf die Preise der Anbieter rund 20 Prozent für Logistik und Shop-Betreiber draufgeschlagen. "Das heißt aber nicht, dass es grundsätzlich teurer ist, als wenn man direkt einkaufen geht", erklärt Volker Heise, denn, ähnlich wie bei größeren Ketten, kann Regiomino mit den Herstellern verhandeln.

Auch Supermarktketten haben mittlerweile den Online-Lebensmittelhandel für sich entdeckt. "Aber die haben ein anderes Angebot als wir", weiß Volker Heise, "wir haben die Kontakte und die regionalen Produkte. Wir bedienen ganz klar eine Nische."