Mit dieser Entscheidung entsprach der Schulausschuss des Landkreises den Wünschen der Schule. Schulleiter Reinhard Bum hatte ausführlich dargelegt, weshalb eine Auslagerung in die nur 2,9 Kilometer entfernte Nachbargemeinde weniger günstig sei als vorübergehende Klassen in Containern.

Entgegen den Vorstellungen des Kultusministeriums: In seinem abschlägigen Schreiben zum Realschulstandort Baiersdorf hatte das Ministerium als Entlastungalternative für Höchstadt die Teilauslagerung nach Lonnerstadt vorgeschlagen. Die Raumsituation dort im leerstehenden Hauptschulgebäude erlaube das Auslagern von sechs Klassen.


Zu hoher Organisationsaufwand



"Einer eher geringfügigen räumlichen Entlastung steht ein hoher organisatorischer Mehraufwand gegenüber", argumentierte Bum schon in der schriftlichen Begründung. Er führte weiter ins Feld, dass sich das Trennen negativ auf das Schulklima und das "Wir"-Gefühl auswirke.

Die Auslagerung sei nur eine Übergangslösung. Denn Bum geht davon aus, dass die jetzige Schülerzahl von etwa 1050 Schülern den Gipfelpunkt darstelle. Das glaubt er trotz des Anwachsen der Schülerzahl von unter 850 im Jahr 2005 auf den heutigen Stand. Seine Prognose stimme, abgesehen von Unwägbarkeiten in der Schulpolitik. Darunter versteht er "beispielsweise eine Förderung des Ganztagsunterrichts, weil Wahlen anstehen".
Der Grund für Bums Einschätzung: ein drastischer Geburtenrückgang um 25 Prozent im vergangenen Jahrzehnt. "Sie dürfen die Demografie nicht außer Acht lassen." Darauf hatte der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Mittelfranken, Hans Seitz, hingewiesen. Diese Rückgänge glichen ein sich veränderndes Übertrittsverhalten nicht aus.


Zuzug gilt nicht als Argument



Wachsende Schülerzahlen an Schulen aller Art durch Zuzug führten in der Diskussion des Ausschusses immer wieder die in Herzogenaurach ansässigen Kreisräte ein. Ein Argument, das das Kultusministerium auch beim Antrag für eine Realschule in Baiersdorf nicht gelten ließ.

Seitz belegte die negative Entscheidung so: Die Eröffnung der Realschule Langenzenn im vergangenen Schuljahr habe die Eingangsklassen an der Realschule Herzogenaurach von sechs auf vier schrumpfen lassen. SPD-Fraktionssprecher Jörg Bubel wies auf die Schülerprognosen der Vergangenheit hin, die sich alle als falsch, weil zu niedrig, erwiesen hätten. Man solle Vorbereitungen für einen Anbau in Höchstadt treffen.