Wenn Bürgermeister German Hacker (SPD) ein Fass ansticht, dann ist das völlig unspektakulär und nicht aufregend. Es spritzt nicht, es fließt kein Blut, sondern nach zweieinhalb Schlägen nur das Bier in den Krug. Da hatte Hacker Lederschürze beim Bieranstich der Soli-Kerwa auch nur umgebunden, weil die Zapfer eben immer eine Schürze anhaben und Brauereichef Peter Kitzmann war auch unnötig weit zurückgetreten, scheinbar traute er dem Herzogenauracher Bürgermeister nicht so recht.
 
„Sie müssen nicht so fest draufhaun, das Fass lässt sich leicht anstechen“, meinte Kitzmann vor dem ersten Schlag. Der Bürgermeister holte zwar weit aus, beherzigte den Ratschlag und es hatte den Anschein, das Fass wäre leer, nicht ein Tropfen war zu sehen. Dabei war es heuer das erste Fass, aber die Saison geht ja erst los, meinte Hacker bei der Begrüßung.
 
Nur das  „Ozapft is“ musste er fünfmal wiederholen, weil das Mikrofon ausgeschaltet war.
Zum Anstich herrschte das richtige Biergartenwetter, was nicht nur die Soli und die vielen Gäste freute, sondern auch besonders den Brauereichef, als über die Tische blickte. „Wir hatten bis jetzt ein schlechtes Bierjahr, unsere Keller sind voll und es kann nur noch besser werden“, sagte Kitzmann bei der Begrüßung. Ist doch auch die Bergkirchweih nicht so gut gelaufen, das Altstadtfest noch schlechter, da war die Soli-Kerwa der erste Lichtschimmer und erfolgsversprechend.
 
„Die Soli hat scheint alles richtig gemacht zu haben, Regen, Kälte und Hitze sind vorbei, dann wird es ein Super-Wochenende“ prophezeite der Bürgermeister.
Vorstandschaft und Mitglieder waren in der Küche, am Grill, am Pizzaofen und am Ausschank zugange und stellten die Gäste, darunter auch viele Stadträte zufrieden.
 
Optimistisch blickten auch Anja Frötsch und Kerstin Sperschneider ins Wochenende, die beiden Damen im zünftigen Dirndl flitzten zwischen den Tischreihen umher und sorgten für volle Krüge und Gläser.
 
Vom Bieranstich weniger beeindruckt, waren drei junge Damen am Eingang des Vereinsgeländes, denn sie wollten Geschäfte machen. Die drei Einradfahrerinnen, die fünfzehnjährige Sandra, Marie (7) und Nina (14) besserten mit der Losbude die Jugendkasse des Vereins auf und Marie setzte alle Hoffnung auf Samstag und Sonntag. „Da sind wir sicher ausverkauft und die Körbe werden leer sein“, hoffte die Siebenjährige.
 
Den Bieranstich begleitete das „Duo Calypso“ mit Schlagern und Oldies und bei Einbruch der Dunkelheit gab es auch noch das große Johannisfeuer.
Am Samstag begann der Kirchweihbetrieb um 18 Uhr mit „LIVE, Die Band“ und am Sonntag hieß es auf der Nutzung schon um 9.30 Uhr Frühschoppen mit anschließendem Mittagessen und Kirchweihbetrieb.