Antje Körner, die Ortsvorsitzende der CSU, sieht einen Grund sich zu beschweren. Und zwar bei den Organisatoren des Weihnachtsmarkts. Der Ortsverband der Christsozialen wollte dort nämlich mit einem Stand teilnehmen und hatte das auch beantragt. Allerdings fing man sich eine Absage ein. Die Organisatoren hielten es "für nicht passend, wenn politische Parteien zukünftig Beschicker des Herzogenauracher Weihnachtsmarktes sind".

So formulierte es Judith Jochmann, die Beauftragte für Stadtmarketing im Herzogenauracher Rathaus, in einem Schreiben an die Antragsteller. Diese Entscheidung sei gemeinsam mit Michael Dassler, dem zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Vorsitzenden der Förder- und Werbegemeinschaft (Föwe), erfolgt. Stadt und Verein veranstalten den Weihnachtsmarkt gemeinsam.

So weit so gut. Das habe man eben so hingenommen, schreibt Körner in einer Email an die FT-Redaktion.
Auch wenn man sich schon fragte, warum politische Parteien nicht passend sein sollen. Dann aber habe sie beim Markt selbst eine Bude gesehen, die die Begründung und die Entscheidung nach Ansicht der CSU "mehr als fragwürdig" erscheinen ließ.

Aufgetreten sei nämlich die IG Metall. Und zwar mit einem Transparent mit dem Satz: "War ist over". Da ging es offenbar um den Syrieneinsatz der Bundeswehr. Körner: "Das ist eine politische Aussage." Gewerkschaften bewegen sich laut der CSU-Vorsitzenden ebenso wie Parteien im politischen Raum. "Deswegen gibt es keinen sachlichen Grund, der IGM etwas zu genehmigen, was Sie uns verwehren", schreibt Körner.

Sie geht noch weiter. Im Gegensatz zur IG Metall hätte die CSU "keine politischen Parolen ausgegeben, sondern das gemacht, was wir beantragt haben: Kaffee, Kuchen, eine Tombola zugunsten eines sozialen Zweckes." Und man hätte den Stand an allen vier Tagen geöffnet, nicht wie bei der genannten Bude, die offenbar nur einen Tag Aktion hatte.

Auch wenn der Markt inzwischen vorüber ist, kann sich Antje Körner ein politisches Nachspiel vorstellen. "Wenn es nach mir ginge, muss das Thema in den Stadtrat", sagt die Vorsitzende. Denn es sei grundsätzlich unverständlich, weshalb die Parteien da außen vor bleiben sollen. Das habe die Stadt mit der Föwe halt mal so festgelegt, Vergaberichtlinien gebe es aber nicht.

Es könnte ja festgelegt werden, was denn eine Partei tun darf und was nicht. Vielleicht könnte man ja untereinander einen Plätzchenwettstreit veranstalten, schmunzelt sie. Oder auch sogar einen gemeinsamen Stand anbieten. Bei der Stadt-Umland-Bahn habe das ja auch funktioniert. Antje Körner bezieht sich auch auf andere Kommunen, die die Teilnahme von Parteien sehr wohl erlauben würden. Als Beispiele nennt sie Wilhermsdorf, Neuendettelsau und Schwarzenbruck. Oder Roth, wo die CSU eine Wintersuppe verkaufte. Und in Adelsdorf und Baiersdorf traten die "Schwarzen" gar als Veranstalter von Weihnachtsmärkten auf.

Abgesehen davon könnte die CSU-Chefin auch eine andere Regelung akzeptieren, schreibt sie, "wenn klare Vergaberichtlinien existieren und angewandt werden." Jedenfalls wolle die Herzogenauracher CSU über das Thema und eine etwaige Reaktion noch intern sprechen.

Judith Jochmann bekräftigte auf Anfrage des FT, dass die Stadt an der Regelung festhalten werde: "Der Weihnachtsmarkt ist keine Platt form für politische Veranstaltungen." Dass jetzt in gewissem Sinne doch Politik gemacht wurde, durch das Transparent nämlich, habe die Stadt auch geärgert. Vermietet worden war der Stand an die Jugendvertretung von Schaeffler, und da habe es in den letzten Jahren nie Probleme gegeben. Man werde jetzt mit ihnen sprechen, dass das nicht mehr vorkommt.

Wenn eine Partei in der Adventszeit eine Aktion machen möchte, dann gebe es dafür selbstverständlich Möglichkeiten. "Dafür gibt es Sondernutzungserlaubnisse", die man beantragen könne.