Vor allem um eine mögliche Zunahme des Verkehrs drehte sich die Diskussion im Herzogenauracher Planungsausschuss, als es um die Erweiterungspläne des Sportartikelherstellers Puma nördlich des Hans-Ort-Rings ging. Die Ausschussmitglieder behandelten Einwendungen und Stellungnahmen, die nach der öffentlichen Auslegung zur erforderlichen Änderung des Flächennutzungsplans und zum Bebauungsplan eingegangen waren.

Zu Beginn der Sitzung stellte Bürgermeister German Hacker (SPD) Kristina Vogelsang vom gleichnamigen Stadtplanungsbüro vor, die zusammen mit dem Bürgermeister und Anja Wettstein vom Planungsamt die Änderungen erläuterte und näher auf die Stellungnahmen einging. In einem Fall wurde Widerspruch gegen den Bebauungsplan eingelegt, weil er den Flächenbedarf für den Ausbau des gemeinsamen Geh- und Radwegs an der Flughafenstraße zu zwei getrennten Wegen nicht berücksichtigt.


Genug Platz für Radwege

Nach Meinung des Widerspruchsführers wird der Fahrradverkehr nach Fertigstellung der weiteren Bauabschnitte auf der Herzo Base um ein Vielfaches zunehmen. Der Einwand konnte vom Planungsamt nicht nachvollzogen werden, da eine Ausbaumöglichkeit nicht beeinträchtigt werde, die bestehenden Wege weit außerhalb privater Fläche lägen und noch ausreichende Pufferflächen vorhanden seien.

Schon bei der ersten Auslegung hatte ein Widerspruchsführer Einwände gegen das Bauvorhaben vorgelegt. Nach seiner Meinung wurde nichts mehr verändert. Er kritisiert insbesondere die Höhe des geplanten Gebäudes und stellt die vorgegebene Maximalhöhe in Frage. Außerdem müsse das Wohngebiet mit einem Wall vor Schall und Licht geschützt werden. Der Widerspruch schließt mit: "Weiterhin bin ich über diesen Bebauungsplan sehr verärgert."

Das Planungsamt beruft sich bei seiner Stellungnahme auf die verbindlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes, die sowohl Emissionen und Gebäudehöhen regeln. Bei den Lärmkontingenten bleibe man ohnehin zehn Dezibel unter dem Richtwert, "wir sind also auf der doppelt sicheren Seite, es sind keine Überschreitungen zu erwarten", sagte Planungsamtsleiterin Anja Wettstein. Tagsüber liegt der erlaubte Wert bei 61 Dezibel, nachts bei 39.

Die Einwendung des Geschäftsführers einer benachbarten Firma wendet sich ebenfalls gegen die Bauleitplanung, denn nach seiner Meinung sei die Kreisstraße ERH 3 nicht geeignet, um den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. In den Stoßzeiten werde es zu Konflikten und Staus kommen, "was wiederum konkret zu erheblichen Umsatzausfällen führen wird", heißt es in der Einwendung.

Nach Auffassung der Planer sind sowohl der Knotenpunkt als auch die angrenzenden Straßen geeignet, den hinzukommenden Verkehr leistungsmäßig abzuwickeln. Zudem ist für den Knotenpunkt eine bauliche Veränderung vorgesehen. Der Bürgermeister erklärte dazu auch, dass etwa 2018 der Durchstich des Olympiarings erfolge und sich der Verkehr vom und zum Wohngebiet Herzo Base dann ganz anders verteile.

Die verkehrliche Entwicklung war auch Gegenstand der anschließenden Diskussion und wurde von einigen Mitgliedern des Ausschusses durchaus kritisch, von Kurt Zollhöfer sogar als ein Konfliktpotenzial gesehen. Konrad Körner (CSU) zitierte aus einem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten, dem ein vom Widerspruchsführer in Auftrag gegebenes Gutachten gegenüber steht. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass das geplante Verwaltungsgebäude der Firma Puma am Vormittag angefahren und am Nachmittag wieder verlassen werde.

Nach einer über einstündigen Beratung wurden sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch der Bebauungsplan Nr. 65 "Puma-Erweiterung nördlich Hans-Ort-Ring" ohne Gegenstimmen beschlossen.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes im Abschnitt Nr. 15, "Gemeinbedarfsfläche Herzo Base", wurde ohne Diskussion abgesegnet, ebenso die Zustimmung zum Vorentwurf. Die betreffende Fläche befindet sich östlich des Hotel Novina und ist für eine Kindertagesstätte vorgesehen.