Nach den Ermittlungen der Polizei war am Mittwoch, 4. April, in den frühen Abendstunden einem Kunden aufgefallen, dass von einem der Geldautomaten ein Kunststoffteil abgefallen und dahinter eine Videokamera mit Akkus zu sehen war. Beamte der Polizeiinspektion Höchstadt stellten daraufhin fest, dass noch unbekannte Täter an dem Automaten eine so genannte "Skimming-Ausrüstung" angebracht hatten.
Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, führte gegen Mitternacht zur Festnahme der beiden Täter. Bei beiden wurden mehrere Gegenstände sichergestellt, die eindeutig mit der Tat in Zusammenhang standen. Die Auswertung dieser Gegenstände wird durch die Spezialisten für Zahlungsmittelfälschungen des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) durchgeführt, die auch die Sachbearbeitung des Falles übernommen haben.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth wurden beide Täter mittlerweile dem Haftrichter beim Amtsgericht Erlangen vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.
Bei Skimming-Angriffen auf Geldautomaten wird durch die Täter am Eingabeschlitz für die Girokarte ein zusätzliches Lesegerät installiert, das die Daten der Karte abliest und auf ein Speichergerät schreibt. Zusätzlich wird eine Kamera oder eine Aufsatztastatur angebracht, so dass später die vom Bankkunden eingetippte PIN-Nummer ausgelesen und mit den Kartendaten kombiniert werden kann. Aus diesen Daten erstellen die Täter Kartenfälschungen, die im Ausland zu Barabhebungen an Automaten verwendet werden können.
Die Kriminalpolizei rät daher, bei Geldabhebungen besonders vorsichtig und aufmerksam zu sein. Wer Veränderungen an bekannten Automaten feststellt, oder wem irgendwelche Zusatzgeräte auffallen, der sollte sofort die Bankangestellten oder die Polizei verständigen. Kunden von Geldautomaten sollten auf jeden Fall bei der Eingabe ihrer PIN die Tastatur verdecken, auch wenn sich keine weiteren Personen im Raum befinden.