Die Metropolregion hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. "Man kann sagen, dass Erlangen ein Jobmotor ist", sagt Matthias Klar, Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Trotz der Pleiten einiger Betriebe haben zahlreiche Firmen neue Arbeitsplätze geschaffen.

Letztes Jahr kamen pro Arbeitstag 43.961 Pendler nach Erlangen, Nürnberg erreichte sogar einen Zustrom von 90.379 Arbeitnehmern. Fürth hingegen ist für die Region ein untypisches Beispiel. "Nach der Quelle-Pleite sind einige Arbeitsplätze verloren gegangen. "In einem Radius von 30 Kilometern um Erlangen herrscht de facto Vollbeschäftigung", sagt Klar.

Aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt machen sich täglich 11.377 Menschen auf den Weg zu ihren Arbeitsstellen in der Metropolregion. Der Landkreis stellt somit das größte Kontingent an Arbeitskräften. Diese Entwicklung hat verschiedene Gründe.


Städte versorgen das Umland mit Jobs



Allgemein gesehen, hat sich die Arbeitsmarktsituation stark verbessert. "Im Juni 2011 hatten wir in Erlangen 85.307 Beschäftigungsverhältnisse. Bis jetzt sind noch mal 2585 dazu gekommen. Das ist eine Steigerung um 3,1 Prozent. Man kann sagen, dass in der Region die Städte das Umland mit Arbeitsplätzen versorgen", ergänzt Klar. Es sei aber auch erkennbar, dass die Arbeitnehmer aus dem ländlichen Raum grundsätzlich eher dazu bereit seien, eine Arbeitsstelle außerhalb der Heimatstadt anzunehmen. Problematisch ist dabei: Viele kleinere Betriebe beobachten die Marktentwicklung zu lange und verpassen so die Gelegenheit passende Kandidaten einzustellen.

Viele Pendler bedeuten auch viele Herausforderungen. "Wir haben in Erlangen das Glück, hier kaum Industrie zu haben. Dadurch haben wir hier auch verhältnismäßig geringe Emissionswerte", erklärt Reiner Lennemann, Leiter des Umweltamtes der Stadt Erlangen. Der Lärm durch die Autobahn und die Bahnstrecke - die beide genau durch die Stadt führen - seien da schon größere Probleme.

"Allerdings gibt es auch in Erlangen eine erhöhte Belastung durch Kohlendioxid und Feinstaub. Neueste Erkenntnisse haben sogar gezeigt, dass moderne Benzineinspritzanlagen ähnlich schlechte Umweltwerte haben wie Dieselmotoren", ergänzt Lennemann. Die Stadt Erlangen verfolge zwei Strategien. "Es wird versucht, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren", erklärt der Leiter des Umweltamtes. Die Stadtplaner versuchen, die Bereiche Wohnen und Arbeiten räumlich eng miteinander zu verbinden,wie es im Röthelheimpark geschehen sei. "Das ist andererseits natürlich mit einer enormen Ausweitung des Flächenverbrauchs verbunden", bedauert der Umweltexperte.


Bus und Bahn attraktiver machen



Die zweite Strategie verfolgt die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs. "Dazu gehört nicht nur, Bahn und Bus als attraktive Verkehrsmittel zu etablieren. Auch eine Verbesserung des Radwegnetzes muss erreicht werden", sagt Lennemann. Die Bereiche außerhalb der Innenstadt benötigen zur Attraktivierung einen besseren Anschluss an das städtische Radnetz. "Wer im Anzug im Büro sitzt, will sich ja nicht schmutzig machen, besonders wenn er aus einem anderen Stadtteil kommt."

Hier kommt auch die vieldiskutierte Stadtumlandbahn ins Spiel. Ob sie nun gebaut wird oder nicht, soll noch dieses Jahr entschieden werden. "Die Untersuchungen und Studien dazu laufen gerade", sagt Josef Weber, Referent für Stadtplanung und Bauwesen der Stadt Erlangen. Nach der Grundsatzentscheidung im Sommer werde im Herbst beraten wie die Strecke gestaltet werden soll. "Es kann sein, dass ein Busnetz oder ein Schienennetz entsteht", sagt Weber.

Besonders im Winter erreichen die Straßen schnell ihre Kapazitätsgrenze. "Es fahren eindeutig mehr Menschen mit dem Auto. Deswegen kommt es dann durch die motorisierten Individualverkehr vermehrt zu Stauungen." Die Stadtumlaufbahn könnte an dieser Stelle das überlastete Straßennetz entlasten. "Wir sprechen auch von der T-Strecke. Die Bahn soll von der Stadtgrenze Nürnbergs über Tennenlohe nach Herzogenaurach führen", erklärt Weber