Endlich Maßnahmen gegen die Parkplatznot in der Innenstadt ergreifen - das ist die Forderung der Freien Wähler. Mit geringem Aufwand könnte man Abhilfe schaffen, verdeutlichen die neuen Stadträtinnen Birgit Süß und Inge Weiß, beides Geschäftsfrauen aus der Innenstadt (der FT berichtete am Mittwoch: "Parkplatznot schnell lindern"). Vorgeschlagen wurden die Freigabe des Anwohnerparkplatzes in der Edergasse zeitweise tagsüber und eine Nutzung von Teilen der Baustelle Hubmanngelände. Außerdem könnte man das kostenlose Parken von einer halben Stunde auf zwei Stunden oder länger ausdehnen.

Wir befragten einzelne Mandatsträger, gleichzeitig Geschäftsleute aus der Innenstadt, wie sie denn zum Thema Parkplätze stehen.

Beipflichten kann den vorgetragenen Aussagen in mehrerer Hinsicht Thomas Kotzer von der CSU. Auch der Geschäftsführer des Schreibwarengeschäfts Ellwanger sieht im Wegfall des Hubmann-Parkplatzes durch den Rathausneubau ein Problem. Seither müsse man in der Stadt eine regelrechte Wildparkerei verzeichnen.

Er habe das auch schon bei den Verantwortlichen im Rathaus angesprochen. Seiner Meinung nach hätte man, zumindest in den vergangenen Wochen, auf dem Hubmannareal durchaus fünf bis zehn Stellplätze frei machen können. "Man hätte nur die Bauzäune verschieben müssen". Allerdings ist der CSU-Politiker skeptisch, ob das jetzt, da der Rohbau beginnt, noch so einfach zu machen wäre. Bislang aber sei der häufig halbleer gewesen. Passiert sei aber nichts.

Gut findet Kotzer, der ebenfalls neu im Stadtrat ist, den Vorschlag, den Anwohnerparkplatz an der Edergasse zeitweise zur Verfügung zu stellen. Auch das habe er im Rathaus schon vorgetragen.

Kotzer vermisst darüber hinaus am Hubmann-Parkplatz einen deutlichen Hinweis für die Autofahrer, wo sie denn parken können. Die entsprechend präparierte Baustellenwand sei zu unübersichtlich, da müsse man schon aussteigen, um es lesen zu können. Denkbar wäre für Kotzer auch ein Ausweiten der kostenlosen Parkzeit. An der Schütt wären für ihn sogar vier Stunden drin, um den Kunden einen Anreiz zu geben, länger in der Innenstadt zu verharren.

Dies brauche es überhaupt nicht, hält ihm Erich Petraschek von der SPD entgegen. Mit der Brötchentaste (eine halbe Stunde kostenfrei) sei die Stadt "absolut kulant". So ein Entgegenkommen finde man nicht allzu oft in anderen Städten. Außerdem mag der Geschäftsmann, der lange Jahre in der Hinteren Gasse ansässig war, die Kritik am Standort Schütt nicht verstehen. "Es sind nur fünf Minuten in die Stadt", sagt er. In Erlangen habe man viel längere Wege und müsse von der ersten Minute an zahlen. Und im Herzen der Innenstadt selbst könne man für 50 Cent eine Stunde parken. "Wir haben das Himmelreich auf Erden", fasst Petratschek das Angebot zusammen.

Anderweitig beleben

Der Sozialdemokrat würde auch die Edergasse nicht öffnen. "Ist die Schütt wirklich weiter weg?" Und die Baustelle auf dem Hubmanngelände würde er schon gar nicht einengen.

Ähnliche Argumente führt Michael Dassler von der FDP an, Stadtrats-Rückkehrer und Dritter Bürgermeister. Auch er findet die freie halbe Stunde sehr großzügig. An der Schütt könne man für 1,50 Euro zwei Stunden parken - dieser geringe Betrag könne doch kein Grund sein, nicht in der City einzukaufen.

Dassler bezweifelt, dass man eine Parkplatznot habe, schon gar nicht jetzt im Sommer. Eine Mitarbeiterin seines Geschäfts in der Hauptstraße parke an der Schütt. Und in der Hauptstraße direkt könne man bis zu einer Stunde parken. Vielleicht könne man darüber reden, diese Zeit zu verlängern.

Die mangelnde Frequenz sieht der ehemalige langjährige Vorsitzende der Förder- und Werbegemeinschaft anderswo begründet. Es gebe in der Innenstadt klasse Läden, sagt er, aber es seien einfach zu wenige. Und auch mehr Außengastronomie wäre wünschenswert.

Eine Belebung der Innenstadt würde auch Georgios Halkias von den Grünen nicht über Parkplätze und mehr Autos bewerkstelligen. "Wir müssen die Stadt attraktiver machen", sagt er. "Dann würden auch mehr Leute kommen und verweilen". Der Zweite Bürgermeister erinnert an einen Vorschlag der Grünen, doch die Fußgängerzone zu erweitern: "Das bringt neues Leben auch ohne Parkplätze".

Freilich können nahe Parkplätze auch wichtig sein, sagt der Apotheker aus dem Steinweg. Manche Kunden sind auch nicht gut zu Fuß. Im Grunde schlagen in seiner Brust "zwei Herzen". Generell wäre er aber bereit, eine Innenstadt auch ohne viel Parkplätze zu akzeptieren.