Mit diesem Konzert wollte Gerald Fink das Nebeneinander der Konfessionen im 16. und 17. Jahrhundert auch auf kleinem Raum mit der Musik als verbindendem Element den Zuhörern nahe bringen. Denn bei den Lutheranern war die Orgelmusik unverzichtbar für den Gottesdienst.
Von Paul Hofhaimer (1459-1537) stammte mit "Tandernack" eigentlich "Zu Andernach am Rhein" ein weltlicher Gassenhauer. Georg Muffat (1653-1704) war bischöflicher Kapellmeister in Passau und konnte sich rühmen, bei den Musikergrößen Arcangelo Corelli und Jean Baptiste Lully gelernt zu haben. Er pflegte den vermischten Stil, der Raum wurde bei seiner Toccata Quinta von Klangkaskaden durchflutet.
Johann Speth (1664-1719) aus Speinshart war mit seinen kleinen und lichten Toccaten mit dem Beinamen "Musikalisches Blumenfeld" im Konzert vertreten. "Bei Speth dauern drei Toccaten so lange, wie bei Muffat eine", sagte Fink. Daher hatte er drei im Repertoire.
Johann Pachelbel (1653-1706) stammte aus Nürnberg und absolvierte seine Lehrjahre in Wien, war aber auch in Eisenach und Erfurt. Er war lange Jahre Organist in St. Sebald in Nürnberg. Mit seiner Ciacona f-moll, Toccata d-moll und der Partita "Herzlich tut mich verlangen" bestach er mit gravitätischen Akkorden und virtuosen Passagen.
Schon mehrmals in den Konzerten von Fink war Werner Rose. Der Kirchenmusiker und Ingenieur hatte sich schon frühzeitig dazu entschieden, die Musik als Hobby zu betreiben: "Dann bleibt der Spaß erhalten", ist er überzeugt. Besonders die Toccata Sexta von Johann Speth sagte ihm zu. Rose fand es sehr schön, dass Fink in seinem Programm "nicht nur ein 08/15 Repertoire abspult", sondern auch einfachere und eher selten gespielte Stücke ins Programm aufgenommen hat, die auch in einem Gottesdienst gespielt werden könnten. Denn die Stars wollen üblicherweise nur die publikumswirksamen Stücke spielen. Rose schätzt die freundlichen, verständlichen Stücke, mit bildlichem Hintergrund.
Auch Reinhard Bertels war schon häufig bei den Konzerten von Fink und hebt besonders die gute Atmosphäre und die Erläuterungen von Fink zu den Stücken hervor. Außerdem ist für ihn in der Kirche die räumliche Nähe der Orgel zu den Zuhörern positiv. Die passende Uhrzeit des Beginns und die überschaubare Länge der Beiträge lädt ihn und viele andere auch dazu ein, in das Konzert zu kommen.
Bereits das vorherige Konzert hatte Fink mitgeschnitten, es kann auf seiner Website abgehört werden, in Kürze wird auch das jetzige dort zu hören sein. Außerdem gab es bei diesem Konzert sogar eine Zugabe, ein viertes musikalische Blumenfeld von Johann Speth.