Als die vierjährige Emma gemeinsam mit dem Bürgermeister Alexander Tritthart das Band an der Feldscheune am Mitteldorfer Weg durchschnitt, warteten schon mehr als einhundert wanderfreudige Weisendorfer auf die Startfreigabe. Von der starken Teilnehmerzahl wurden sowohl die Zweite Vorsitzende Karolin Schmidt vom Arbeitskreis Brauchtumspflege am Sonntagvormittag ebenso überrascht wie erster Bürgermeister Tritthart (CSU).
Auch der Alleinunterhalter Karl Kaiser hatte nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet, der Musiker stimmte schließlich mit drei Liedern auf den Tag ein und die Textblätter reichten nicht aus. "Ich bin mehr als überrascht, dass dieser erste Natur-Kultur-Wanderweg auf so viel Interesse stößt", sagte der Bürgermeister vor der Startfreigabe. Ein Dank des Bürgermeisters ging deshalb an den Arbeitskreis für Geschichte und Brauchtumspflege für die Organisation und Durchführung des Wandertages.

Zehn Stationen wurden über Mitteldorf und Sintmann nach Rezelsdorf und Sauerheim angelaufen, die Teilnehmerkarte abgestempelt und bei jedem Stopp gab es Getränke und Verpflegung. Ein Shuttle-Bus stand für die Quereinsteiger bei den Stationen bereit, aber um auch die Teilnehmer zurückzubringen, denen es bei den etwa 25 Grad Celsius etwas zu viel wurde.

Ziel des Vereins mit dem Wandertag war es, dass das gesellige Miteinander mit der örtlichen Historie und dem damaligen Alltag vernetzt wird. Da nicht die Schnelligkeit, sondern die Gemütlichkeit und das Miteinander im Vordergrund standen, wird ein solcher Tag mit Sicherheit einen festen Platz im Veranstaltungskalender im Markt Weisendorf seinen Platz finden.

Auf den Felsenkellern


Die kulturellen Glanzlichter des ersten Natur-Kultur-Wanderweges des Arbeitskreises für Geschichts- und Brauchtumspflege wurden auch kulinarisch untermalt. Nach dem Start an der Feldscheune ging es in den Wald bei Mitteldorf zum Felsenkeller der Familie Förster, für diesen Tag bewirtschaftet vom Obst- und Gartenbauverein. In Sintmann auf dem Felsenkeller konnten die Wanderer erleben, wie aus Milch Butter wird. Wie zu Omas Zeiten konnte das Butterfass bedient werden. Bei einem weiteren Halt im Garten der Familie Aurig wartete der Imkerverein Höchstadt auf die Gruppe - "Die Biene und der Imker im Jahreslauf" hieß es dort.

Der Liederkranz hat gesungen


In der Rezelsdorfer Geflügelhalle gab es mit dem Weisendorfer Liederkranz ein freies Singen. In Rezelsdorf wurden die Wanderer vom Rezelsdorfer Liederkranz betreut und es gab Führungen durch die Katharinenkirche. Weitere Stationen waren der Holzkünstler Flori beim "Bäckerswäldla", der Skulpturen mit der Motorsäge gestaltete. Rast und Stärkung gab es noch auf dem Bierkeller der Familie Neudecker, dort gab es Informationen über eine gelungene Aufforstung sowie eine Vielzahl von Nistkästen, Stein- und Reisigburgen für Eidechsen, Hamster und Lurche zu sehen. Bei der vorletzten Station am Weiher des Bundes Naturschutz wurde über naturnahe Karpfenzucht informiert.

Mit Kunst, Musik und Astronomie endete der zehn Kilometer lange Wanderweg in Weisendorf. "Was geht zusammen", zeigte dort Reinhard Grimmer.