Gleich mit drei Werbeanlagen musste sich der Bauausschuss Herzogenaurach in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen. Wiederum kein Glück hatte die Firma Plotzki Außenwerbung zur Errichtung einer etwa zehn Quadratmeter großen beleuchteten Werbeanlage an einem Wohnhaus an der Würzburger Straße, und zwar an einer Giebelwand mit zugemauertem Fenster. "Wir halten den Antrag für sehr bedenklich, er widerspricht der Zweckbestimmung eines Baugebietes", erklärte dazu Bürgermeister German Hacker (SPD) und plädierte für eine Ablehnung. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung wurde von Erich Petratschek (SPD) ausdrücklich begrüßt und der Bauausschuss lehnte den Antrag der Firma aus Dorsten ohne weitere Diskussion ab.
Eigentlich nur zur Kenntnis genommen wurde der Antrag auf Vorlage im Genehmigungs freistellungsverfahren der KiK Textilien und Non Food GmbH, die Werbeanlagen an der Fassade des Textilhandels an der Rathgeberstraße anbringen will. Irgendeine Entscheidung wurde nicht getroffen; denn an zwei Seiten des Gebäudes weist bereits das Firmenlogo auf das Textilgeschäft hin.

Zustimmung erhielt der Antrag der Gesellschaft für Außenwerbung GmbH zur Errichtung einer Werbeanlage für wechselnden Plakatanschlag gegenüber der Tankstelle an der Ohmstraße. Bürgermeister Hacker wies darauf hin, dass es sich um ein Gewerbegebiet handelt und so werde neben einer bereits installierten Werbeanlage eine weitere dazugestellt werden. Eine große Diskussion im Bauausschuss erübrigte sich somit.

Bekanntlich wird ja die Kindertagesstätte St. Martin am Ende der Orffstraße saniert und der Bauantrag erhielt bereits die Zustimmung der zuständigen Gremien. Da während der Bauzeit kein geregelter Krippen- und Kindergartenbetrieb möglich ist, werden die Kinder ihre vertrauten Räume verlassen und umziehen müssen.
Deswegen stellt die Stadt an der Beethovenstraße der Katholischen Kirchenstiftung ein Grundstück zur Verfügung. Auf dem städtischen Grundstück soll ein temporäres sechsgruppiges Krippen- und Kindergartengebäude errichtet werden. Wenn die Kinder in ihre neuen Räume zurückkehren - Bürgermeister Hacker hofft zum Jahresende 2016 -, steht das Grundstück wieder für städtische Zwecke zur Verfügung, erklärte er.
Auch die Stadt selbst legte mit dem geplanten Parkdeck "An der Schütt" einen Bauantrag vor. Wie Thomas Nehr und Bürgermeister German Hacker erläuterten, müssen die Herzo-Werke einbezogen werden, da unter dem Parkplatz Leitungen verlegt sind. Auf Nachfrage von Kurt Zollhöfer (CSU) erklärte der Leiter der Gebäudewirtschaft, Frank Falkner, dass unter dem Parkplatz eine 20-kV Leitung verläuft, die auch die Aurach unterquert. Die Leitung werde, so Falkner, an den Rand des Platzes verlegt und die Kosten der Umverlegung trage der Antragsteller. Bürgermeister Hacker wies darauf hin, dass im Bauantrag noch keine Fassadenfarbe festgelegt wurde, schließlich gab es dazu nicht nur viele, sondern auch unterschiedliche Meinungen. "Damit darf sich dann der Planungsausschuss im März beschäftigen und seiner Fantasie freien Lauf lassen, wir werden jedenfalls keine farbige Gestaltung der Außenfassade festlegen", erklärte Hacker schmunzelnd und ließ durchblicken, dass er sich schon jetzt auf eine rege Diskussion freue.

Große Zustimmung

Einhellig begrüßt wurde der Bauantrag von Britta Dassler zum Umbau des geschichtsträchtigen Hauses (besser bekannt unter "Land des Lächelns") an der Hauptstraße. "Das ist sehr positiv, dass ein solches historisches Gebäude erhalten bleibt und neu belebt wird", erklärte dazu der Bürgermeister. Auch dass in diesem Bereich keine Stellplätze nachgewiesen oder geschaffen werden können, machte Hacker deutlich. Damit stehe einer Stellplatzablösung auch nichts im Wege.

Lustige Passage im Antrag

Zum Schmunzeln führte der Bauantrag von Tanja Nix, die zur Errichtung eines Hühnerstalls mit Voliere an der Gerhard-Hauptmann-Straße eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes beantragte. "Nicht die Hühner werden befreit, sondern die Nebenanlage", kommentierte der Bürgermeister den Bauantrag.
Die weiteren Bauanträge erhielten ohne Diskussion das gemeindliche Einvernehmen, so der Abriss einer Scheune und die Neuerrichtung von Garagen und einem Betriebslager in Haundorf, beantragt von Stefan Kräck.
Auch dem Antrag von Antonia Eitel und Mark Zitzmann auf Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes zum Anbau eines Treppenhauses an das bestehende Wohngebäude an der Kardinal-Döpfner-Straße wurde ohne Diskussion stattgegeben.

Für ein Bauvorhaben an der Pfälzer Straße in Niederndorf beantragte die Firma Solgarden GmbH eine Abweichung von der Stellplatzsatzung. Der Errichtung eines Mehrfamilienhauses stimmte der Bauausschuss schon in einer früheren Sitzung zu. Wie der Bürgermeister erläuterte, können die Stellplätze nicht so angeordnet werden, wie es eigentlich wünschenswert sei, weil das Grundstück von zwei Straßen angefahren werden muss.
Auch die Errichtung eines Einfamilienhauses an der Hammerbacher Straße, beantragt von Tanja Roos und Christina Link-Roos, fand allgemeine Zustimmung. Besonders gefiel dem Bürgermeister dabei die moderne Bauweise des Hauses mit seinem Satteldach.

Der Bauantrag zur statischen Ertüchtigung der Halle G27, beantragt von Schaeffler Immobilien, wurde dann am Ende der Sitzung lediglich zur Kenntnis genommen.