Als die Elferräte des Karnevalsclubs am Aschermittwoch ihre Arbeit verrichtet, also den Rathausschlüssel zurückgegeben und ihre Geldbeutel gewaschen hatten, gab es noch etwas Zeit für einen kleinen Plausch mit dem Bürgermeister. Und wie es so ist, kommt das Gespräch dann auf die vielleicht unwichtigsten, aber oft auch hartnäckigsten Angelegenheiten.

Die Schilderansammlung an der Bigukreuzung ist so ein Thema. Seit vielen Jahren wird immer wieder mal kritisiert, dass die Verkehrsschilder dort schief und verblasst an ihrem Masten hängen. Es wird auch immer wieder mal vorgeschlagen, das doch zu ändern. So wie jüngst in einer Herzogenauracher Gruppe auf Facebook.


Verwunderlich

"Ich finde es schon etwas verwunderlich, dass man die Schilder an der Kreuzung der Realschule nicht mehr lesen kann und die Stadt nichts macht, wenn man schon für Millionen die Innenstadt aufreißt." So schrieb es ein User einfach mal unter ein Foto, das er von dem Schilderwald gemacht hatte. Und er löste damit eine Vielzahl an Kommentaren aus.

So gab es einerseits Unterstützung ("Krumm und bucklig sieht nicht gerade schick aus") und weniger ernst zu nehmende Hinweise ("Des Ding steht unter Denkmalschutz"), aber auch die Bemerkung, dass man sich doch um wichtigeres kümmern sollte: "Über vieles an Gemecker hier kann ich nur schmunzeln."


Windlast spielt eine Rolle

Tatsache ist, dass das Problem im Rathaus hinreichend bekannt ist. Das sagte German Hacker auch den Herren des KCH. Die Fläche dort sei aber in der Zuständigkeit des Landkreises, nicht der Stadt. Das mache es schwieriger. In früheren Jahren war die Hans-Maier-Straße eine Staatsstraße und die Ansbacher Straße eine Kreisstraße. Da sei es geradezu unmöglich gewesen, eine gemeinsame schnelle Lösung zu finden. Jetzt sind beides Kreisstraßen, also sollte es etwas einfacher werden. Nur: Ganz so einfach ist die Angelegenheit trotzdem nicht.
Denn es müssten mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Sogar die statische Windlast spiele da eine Rolle, sagte Hacker. Und dann ist da noch der Untergrund, der in dem dortigen Bereich voller Kabel der Herzo Werke liege. Wenn man dann einen neuen, statisch sicheren Mast einbetonieren müsse, ziehe das wohl eine Menge Zusatzarbeit nach sich. Es sei nicht so leicht, einfach mal kaputte Schilder zu erneuern.

Radu Mudura hatte die Lösung parat. "Holt den KCH, wir haben eine Leiter und einen Edding und malen die Schilder wieder an." Leiter und Stifte hätte die Stadt auch selber, schmunzelte Hacker. Nur hänge da eben noch mehr an der Geschichte als nur die Schilder. Aber es werde geprüft, was man tun könne.


Verständnis

Einer aus der Facebookgruppe verstand die Probleme. "Ich weiß, dass es oft einfacher aussieht als es ist! Und manchmal ist auch der ganze Vorschriften- und Gesetzesdschungel daran schuld", schrieb er. Und ein anderer meinte, angesichts der schwer leserlichen Hinweisschilder benachbarter Gemeinden: "Außerdem, wer sich in Herzi verfährt wegen der Schilder da, der findet auch aus dem Postkreisel nicht mehr raus."