Traditionen leben davon, dass man sie immer wieder aufpoliert und erneuert, meint Dekan Kilian Kemmer. Deshalb setzt die Pfarrei St. Georg Höchstadt zum Fronleichnamsfest am kommenden Donnerstag, 26. Mai, einige neue Akzente.

Zum einen gibt es ein neues Büchlein mit den Lied- und Gebetstexten für die beiden Prozessionen an Fronleichnam und am Sonntag darauf. Das bisherige hat nach 22 Jahren ausgedient. "Wir haben zwar nur ein wenig ausgemistet, am Liedgut konnten wir der Stadtkapelle zu Liebe so und so nicht viel verändern." Doch musikalisch bleibt die Prozession ein Genuss: "Die Stadtkapelle leistet bei den beiden Prozessionen enorm viel", so Kemmer. Neben den gut 20 Liedchorälen, die im Gehen zu spielen sind, bereichern die Musiker alljährlich die Prozessionen mit geistlichen Märschen sowie mit Stücken aus der Literatur der symphonischen Blasmusik bei der "Huldigung des Allerheiligsten am Marktplatz".


Trommler und der Kirchenchor

Auch der Spielmannszug mit seiner Trommelgruppe begleitet nach wie vor die Segensgesten an den vier Altären. Der Kirchenchor der Stadtpfarrei wird auch unter seinem neuen Leiter Florian Mayer zwei Altäre umrahmen. Ein neuer musikalischer Akzent soll allerdings nach dem Willen des Dekans beim dritten Altar am Schillerplatz gesetzt werden. Hier wird heuer die Band Trouble X mit geistlichen Liedern für andere als die bisher gewohnten Rhythmen sorgen.

Daneben sorgt der Wirt des Gasthauses Blauer Löwe, Markus Götschel, für eine weitere Neuerung. Er bietet für die Prozessionsteilnehmer einen Fronleichnamsfrühschoppen von 11 bis 14 Uhr auf dem Schillerplatz an. Mit einer logistischen Herausforderung wollen Götschel und sein Team nach dem Weiterzug der Prozession in Richtung Marktplatz den Schillerplatz zu einem gastfreundlichen Ambiente umgestalten.

Traditionellerweise wird Mesner Konrad Wichert für die Prozession wieder acht Figuren von ihren Sockeln im Kirchenschiff der Stadtpfarrkirche holen und auf Traggestelle bauen, damit sie bei den Prozessionen mitgetragen werden: Kinder und Jugendliche tragen figürliche Darstellungen aus dem Leben Jesu: ein Jesus-Kind und den Auferstandenen. Frauen tragen eine Marienfigur und eine Darstellung der Heiligen Barbara. Junge Männer der Nackendorfer Ortsgemeinschaft nehmen den Heiligen Wendelin als Patron der Landwirtschaft auf ihre Schultern.

Die Feuerwehr übernimmt mit 40 Personen nicht nur den Straßenabsperrdienst und damit die Verantwortung für die Sicherheit der Prozessionen, sie tragen auch die Figur ihres Schutzheiligen Florian auf dem Weg mit. Dasselbe tun die Pfadfinder mit ihrem Patron St. Georg und Kolping mit der Figur des Heiligen Josef.


Zünfte und Vereine wieder dabei

Die Handwerkszünfte der Bäcker, Metzger, Schreiner, Zimmerleute, Schmiede, Brauer und Häfner richten ihre historischen Fahnen genauso her wie die verschiedenen Vereine: Liederkranz, Stadtkapelle, Schützen, Rotes Kreuz, Wasserwacht und Feuerwehr, Männerverein St. Michael, Kolpingverein und Frauenbund, Heimatverein und Fastnachtsverein, TSV und ASV, Wallfahrergruppe, Musketiere und die historische Fahne der marianischen Kongregation sowie die Fahne der Landsmannschaft der Heimatvertriebenen - sie alle begleiten den langen Zug durch die Stadt.

Alle Fahnenabordnungen treffen sich um 8.45 Uhr am historischen Ölberg, um gemeinsam zum Festgottesdienst in die Stadtpfarrkirche einzuziehen. Ihnen allen voraus wird - von den drei jüngsten Stadträten begleitet - die Stadtfahne getragen.

Nach dem Gottesdienst nimmt die Prozession ihren Weg über die Hauptstraße, Vogelseck und Bamberger Straße zur Lindenstraße, wo sich der erste Altar befindet. Weiter zieht die Prozession zum Polizeikreisel (zweiter Altar) in die Große Bauerngasse zum Schillerplatz (dritter Altar). Von dort geht es durch das Stadttor zum Marktplatz, wo vor dem Rathaus der 4. Altar aufgebaut wird. Danach mündet die Prozession wieder in die Stadtpfarrkirche ein.


Bitte: Häuser schmücken

Die Verantwortlichen der Pfarrei bitten alle Anwohner des Prozessionsweges ihre Häuser und Wohnungen zu schmücken. So kann sich Althergebrachtes heuer mit vielen Neuerungen mischen und Traditionen wie ein Staffelholz an die nächste Generation übergeben. NR