Als in der Stadtratssitzung über den Neubau des Rathauses gesprochen wurde, brachte Stephan Wirth (CSU) auch den Schusterbrunnen in die Diskussion ein. Der steht seit 2008 im Schlosshof und muss dort während der Bauarbeiten weichen. "Was ist mit dem Brunnen?", wollte Wirth nun wissen, der auch Vorstandsmitglied beim Heimatverein ist.

Und als solcher ist er nicht nur an einer Wiederkehr des Brunnens interessiert. Es liegt dem Verein wohl auch daran, dass der Schuster nicht in der Versenkung verschwindet. Der Heimatverein könnte sich einen temporären Standort in der Hauptstraße vorstellen, erläuterte Wirth.


Zu früh für Entscheidungen

Bürgermeister German Hacker (SPD) musste da vertrösten. "Wir wissen es noch nicht", sagte er. Man brauche für das Großprojekt Rathaus "eine Planung aus einem Guss", und das schließe nicht nur den Schlosshof mit ein. Zum jetzigen Zeitpunkt seien noch viele Details nicht geklärt, ergänzte er. Noch sei offen, ob man für die zwei Jahre Bauzeit eine temporäre Lösung schaffen werde oder den Brunnen vielleicht einlagert.

Grundsätzlich findet Hacker den Standort Schlosshof gut. "Der Brunnen stört nicht, man kann darauf herumsteigen", sagte er. Und: "Ich habe mich längst daran gewöhnt." Demnach kann sich Hacker eine Rückkehr des Schusters in den Schlosshof offenbar vorstellen.

Für den Heimatverein indes ist gerade auch die Zeit wichtig, in der der Schuster den Baumaschinen weichen muss (Die Arbeiten sollen mit dem Abbruch Mitte 2018 beginnen). Vorsitzender Klaus-Peter Gäbelein hat, unterstützt durch seine Vorstandskollegen Stephan Wirth und Herbert Dummer, bereits einen Brief an den Bürgermeister geschrieben. Und bringt einen altbekannten Standort ins Spiel. Laut Gäbelein hoffen zahlreiche Mitglieder, dass für den Brunnen ein vorübergehender Standort in der Stadtmitte gefunden wird, an dem er auch zur Geltung kommt. Schließlich sei das Kunstwerk ja auf Initiative des Heimatvereins entstanden und der Verein sei finanziell nicht unwesentlich beteiligt gewesen.


Hauptstraße 35 vorgeschlagen

Gäbelein schreibt weiter: "Spontan haben meine Vorstandskollegen und ich an die Fläche vor dem Anwesen Nummer 35 in der Hauptstraße gedacht, zumal hier eine Brunnenstube für einen Brunnen- bzw. Wasseranschluss vorhanden ist." Diesen Platz hatte der Heimatverein übrigens schon vor zehn Jahren gewünscht, "da er die Innenstadt attraktiver machen und aufwerten würde." Damals habe es geheißen, der Brunnen würde beim Altstadtfest im Wege stehen. Das aber erscheint dem Verein nach wie vor nicht überzeugend. Im Juli 2006 wischte der Stadtrat den Standort vom Tisch.


Offen für Vorschläge

Der Heimatverein stehe auch anderen Vorschlägen bezüglich des (vorübergehenden?) neuen Standorts offen gegenüber, berichtet Gäbelein. Man würde sich aber wünschen, bei der Standortsuche oder Festlegung eines solchen in die Entscheidung einbezogen zu werden.