Dieses Projekt wird auf der Nordumgehung die Einfahrt nach Herzogenaurach prägen: Puma baut gegenüber der Zentrale ein großes weiteres Verwaltungsgebäude. Das soll ebenfalls sechs Stockwerke hoch werden und die gleichen Ausmaße bekommen wie das bestehende Bürogebäude der Firmenzentrale. Verbunden werden die beiden Komplexe durch einen Steg. Das erfuhren die Mitglieder des Planungsausschusses am Mittwochabend.

Damit ließ sich Kristina Vogelsang vom gleichnamigen Nürnberger Büro, die die Planungen der Stadt für die erforderlichen Flächen macht, auf ein paar Details ein, die Puma beim Bekanntwerden des Vorhabens (der FT berichtete ausführlich) noch nicht mitteilen wollte. Weitere Details könne aber auch sie nicht sagen, sagte die Ingenieurin, denn "alles ist noch in der Mache."

Kein Handel, keine Gastronomie

Demnach wird das neue Gebäude jenseits der Stadtautobahn in etwa so hoch wie das 2009 in Betrieb genommene Bürohaus. Das ist 130 Meter lang und 24 Meter hoch. Beide Blöcke sollen etwa 80 Meter voneinander entfernt sein und durch einen Steg verbunden werden.

Ausschließlich Büros und Verwaltung sollen auf dem vier Hektar großen Gelände entstehen, weshalb man mit einem "eingeschränkten Gewerbegebiet" auskomme. Also: "Es gibt keine Gastronomie und keinerlei Einzelhandelsnutzung". Eventuell werde noch ein kleiner Showroom mit vorgesehen, aber das lasse Puma ebenso offen wie die weitere Ausgestaltung des Areals. Eingezeichnet worden sei eine Maximalnutzung. Und die geht davon aus, dass noch Platz ist für zwei Erweiterungsgebäude und ein Parkhaus. Zunächst geschaffen wird ein großer Parkplatz. Das Bürogebäude sei für etwa 600 Beschäftigte ausgelegt, sagte Vogelsang. Der Steg soll das neue Gebäude mit der Kantine verbinden.

Lärmkanal zwischen den Bauten?

Die Beschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplan und Aufstellung eines Bebauungsplans folgten einstimmig, auch wenn es ein paar kritische Anmerkungen gab. CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab fand es bedenklich, dass die Nordumgehung als bisherige Grenze der Bebauung nun überschritten werde. Er wolle "gespannt abwarten, was noch alles kommt." Bürgermeister German Hacker (SPD) hielt dem entgegen, dass man mit der Zeppelinstraße ja auch schon jenseits des Hans-Orts-Rings sei und jetzt nur ein Quadrat gefüllt werde.
Wenn der Neubau genauso hoch wird wie das bestehende Bürogebäude, dann befürchtete Schwab einen Lärmkanal auf der dazwischen liegenden Nordumgehung. Und er regte an, dass dieses neue Einfallstor nach Herzogenaurach jetzt kein Puma-Tor werden dürfe, also die Brücke keine Werbefläche sein sollte.

Planerin Kristina Vogelsang beruhigte. Der Steg sei eher transparent gestaltet, was ein erster Entwurf zeige. Und ein Lärmkanal sei nicht zu befürchten, da die Komplexe ja 80 Meter entfernt stehen. Bürgermeister Hacker: "Eine Schlucht ist was anderes".

Angesprochen wurde auch der Verkehr. Die Zufahrt zum Areal soll in Höhe der Zeppelinstraße über eine Ampel erfolgen. Schwab vermisste auf dieser Strecke ein richtiges Konzept. Immerhin entstehen dort zahlreiche neue Arbeitsplätze. Und sein Fraktionskollege Walter Drebinger fragte nach, wie die dort ebenfalls einmal vorgesehene Stadtumlandbahn denn die Zufahrt kreuzen solle. Bürgermeister Hacker verwies auf das Verkehrsgutachten, das ein Wachstum von Puma bereits abdecke.

Rechtsabbiegespur

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde dann noch einer Rechtsabbiegespur auf der sogenannten Puma-Kreuzung in Richtung Neustadt zugestimmt. Diese Maßnahme kostet laut Ingo Jacobsen vom Bamberger Planungsbüro Strunz knapp 130 000 Euro. Baubeginn soll Ende September sein, die Fertigstellung zwei Monate später. Auf dem Streifen hätten etwa 15 Fahrzeuge Platz, was die Staus an der Ampel dort erheblich vermindere.