Über Jahre hinweg waren sie regelmäßig erklungen, die Rufe nach einer besseren und schöneren Unterbringung der Kinder im beengten Hort der Carl-Platz-Schule. Dann folgten die politischen Debatten in den Gremien und eine Protestaktion der Eltern mit der Übergabe von Unterschriften im Stadtrat. Das alles mündete in eine ebenso schnelle wie überraschende Entscheidung von Bürgermeister German Hacker. Er entschied: Die Carl-Platz-Schule soll einen neuen Kinderhort bekommen.

Das geschah im Sommer 2013. Im März 2014 beschloss der Stadtrat den Neubau, der Spatenstich erfolgte am 16. September. Ein Jahr später bereits sollen die Kinder bereits in das Gebäude einziehen können. So will es der ehrgeizige Zeitplan. Bei einem Termin vor Ort vergewisserte sich Bürgermeister German Hacker (SPD), dass diese Planung wohl auch eingehalten werden kann. Architekt Michael Huppenkothen bestätigte auf dem Gang über die Baustelle: "Es schaut gut aus."

Demnach sollen im September 100 Kinder in die vier Gruppen des neuen Hortgebäudes nördlich der Sporthalle einziehen können. Weitere einhundert verbleiben im alten Hort. Damit hofft die Stadt, den großen Ansturm von Schulkindern auffangen zu können.

Provisorische Lösung auf ein Jahr begrenzt

Viele der neuen 100 Plätze sind schon jetzt belegt. Im Provisorium in ehemaligen Klassenzimmern im Schulgebäude werden bereits Schüler in drei Gruppen betreut. Die Eltern, so erläuterte die Leiterin des neuen Horts, Helene Sabelfeld, seien damit einverstanden gewesen. Hauptsache: Die provisorische Lösung werde auf ein Jahr begrenzt.

Zurzeit läuft das Aufnahmeverfahren für das neue Schuljahr. 35 Anmeldungen, so erläuterte Gaby Klaus von der Katholischen Kirchenstiftung, seien noch möglich. Sie ist Träger der Einrichtung, Bauherrin ist die Stadt. Die Kirche suche auch immer wieder neues Personal, auch wenn die acht bis zehn Stellen an Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen für das neue Gebäude schon vergeben seien, wie Klaus sagte.

Bürgermeister German Hacker verwies auf die große Nachfrage nach Krippenplätzen in Herzogenaurach. Und weil bekanntlich aus Krippenkindern später einmal Hortkinder würden, sei die Erweiterung auch dringend notwendig. Hacker: "Die große Welle kommt noch." Bei der Ganztagesbetreuung zeige sich ein deutlicher Trend zugunsten der Kinderhort-Einrichtungen gegenüber der klassischen Mittagsbetreuung. Auch zeige sich, dass 85 Prozent der Hortkinder diese Einrichtung auch in den Ferien besuchen. Was für viele Eltern ein wichtiges Argument pro Hort sei, ihre Schützlinge auch in den Ferien betreuen lassen zu können.

Die Betriebszeiten im neuen Kinderhort sind laut Mitteilung der Stadtverwaltung von 7.30 bis etwa 17 Uhr. Das bezeichnete der Bürgermeister als sehr gut. Bauende für die Einrichtung, die 2,8 Millionen Euro kostet, soll dann im November sein. Der Bau hat Passivhausstandard und bezieht Fernwärme, die im Haus über eine Fußbodenheizung verteilt wird. Außerdem werde eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung eingebaut, wie Hacker erläuterte.