Pfarrer Helmut Hetzel hatte zur feierlichen Einweihung des neugestalteten Brunnens am Eingang zu den Weihersbachanlagen kein Weihwasser mitgebracht. Er forderte die Einweihungsgäste auf, Wasser mit der Hand zu schöpfen und Brunnen sowie den Platz zu segnen.
Wenn der Kulturausschuss am kommenden Montag zustimmt, wird der Platz auch einen Namen erhalten. "Place de l'amitié" also "Platz der Freundschaft" wird dann zu lesen sein. Das Schild ist ein Geschenk der Freundeskreises Herzogenaurach - Ste.-Luce-sur-Loire und soll an die vielen Begegnungen der beiden Partnerstädte erinnern. "Dazu bietet sich der kleine, schön gestaltete Platz geradezu an", meinte Bürgermeister German Hacker (SPD), schließlich lade der Brunnen mit seinen Sitzelementen geradezu zum Verweilen ein.
Diese Auffassung teilten auch die beiden Geistlichen Helmut Hetzel und Daniel Städtler.
"Das ist ein Ort, an dem man gerne verweilt und vielleicht sogar zu viel Zeit verbringt", erklärte Pfarrer Daniel Städtler, denn es dürfte für viele Eltern nicht leicht sein, die Kinder zum Weitergehen zu bewegen. Stadtpfarrer Helmut Hetzel stellte Brunnen und Platz unter die Dreieinigkeit Gottes, so sei Wasser das Ursymbol und damit ein Symbol des Lebens. Hetzel wollte den Platz zwar nicht als "gute Stube der Stadt" verstanden wissen, "aber es ist mit Sicherheit kein Nebenraum", erklärte der Pfarrer. Er hofft, dass sich viele kommunikative Menschen treffen oder einige Zeit innehalten und die Kraft des Wassers spüren.
"Ein Brunnen mit viel Platz, was in Herzogenaurach nicht so häufig vorkommt", lobte der Bürgermeister die Neugestaltung bei der offiziellen Einweihung. Die Ecke war schon immer stark von Schülern frequentiert und immer schon ein Treffpunkt nach dem Unterricht. Der vorhergehende Brunnen war wegen defekter Technik über 20 Monate nicht mehr in Betrieb und sei von Schülern und Passanten schmerzlich vermisst worden, erzählte Hacker.
Im Oktober 2013 sei schließlich die Planung für einen neuen Brunnen aufgenommen worden, und von Beginn an sei festgestanden, dass es eben kein "normaler" Brunnen werden sollte, sondern ein Platz für Familien, Schüler, Senioren, Radler und Kinder. Ein Platz, der die Nähe zur Aurach und zur Natur gleichermaßen verbinden sollte.
Vor und während der Planung gab es Arbeitstreffen, Vereine wurden ebenso eingebunden wie die Klassen der Realschule. Nachdem der Vorschlag den Segen der städtischen Gremien bekam, begannen Ende August 2014 die Bauarbeiten. Insgesamt wurden rund 370 000 Euro investiert und auf Wunsch der CSU-Fraktion nochmal zwei Bänke dazugestellt und zwei Kommunikationsecken geschaffen. "Das Wichtigste: Es funktioniert! Kinder spielen, man sieht hier Bobby-Cars, BMX-Räder, Skater, Radfahrer - alles im Slalom um Wasserfontänen", hatte der Bürgermeister schon beobachtet.