Der Duft von Sauerkraut steigt in die Nase, wenn man die Küche betritt. Kartoffeln köcheln auf dem Herd. Fünf Patientinnen schnippeln fleißig Gemüse. Montags und mittwochs kocht Hermann Münch in Bezirksklinikum Erlangen mit Patienten der Fachabteilung für Gerontopsychiatrie.

"Es ist Teil des lebenspraktischen Trainings", sagt Ergotherapeutin Silvia Lorenz. Sie sucht aus, wer von den Patienten für das therapeutische Kochen geeignet ist. "Zuerst werden die Patienten natürlich gefragt, ob sie überhaupt Lust haben, an den Kochstunden teilzunehmen", sagt sie. "Und wir schauen, ob sie die Fähigkeiten dazu haben. Wenn keine Feinmotorik mehr vorhanden ist, können die Patienten nicht teilnehmen."

Die Krankheitsbilder der Patienten reichen dabei von Depressionen über Alkoholismus und Psychosen bis zur beginnenden Demenz. Fünf Patienten können am Kochkurs teilnehmen.