Bereits im Dezember 2013 wurde im Waldkrankenhaus St. Marien eine Notaufnahme eröffnet, um Patienten mit akuten Erkrankungen rund um die Uhr auch außerhalb der regulären Dienstzeiten rasch und kompetent zu versorgen. Die Notaufnahme dient nicht dem Ersatz einer haus- oder fachärztlichen ambulanten Behandlung, sondern bietet eine schnelle Erstversorgung bei der Notwendigkeit einer stationären Krankenhausbehandlung.

Die Notaufnahme im Waldkrankenhaus fand rasch die Akzeptanz sowohl der Patienten als auch vieler niedergelassener Kollegen. Mittlerweile suchen weit über 10 000 Patienten pro Jahr Hilfe und Rat in der interdisziplinären Notaufnahme des Waldkrankenhauses.


Isolation bei Ansteckungsgefahr

Rasch stellte sich heraus, dass die Räumlichkeiten zu klein bemessen waren, um dem Bedarf gerecht zu werden.
Anfang August diesen Jahres konnte nun die interdisziplinäre Notaufnahme des Waldkrankenhauses unter der Leitung von Chefarzt Dr. Beyer mit den Oberärzten Dr. Vestner und Dr. Exner in andere, neue Räumlichkeiten umziehen.

Es stehen nun 13 Betten für die Notfallversorgung von Patienten zur Verfügung - mit dem großen Vorteil, dass fünf dieser Betten jetzt als Einzelkabinen ausgelegt sind. Dies ermöglicht eine bessere medizinische Versorgung von Patienten mit akuten Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel Durchfall, die aus hygienischen Gründen zur Verringerung der Ansteckungsgefahr von anderen Patienten isoliert werden müssen. Bislang war das nur mit der Sperrung von benachbarten Betten zu bewerkstelligen.


Plötzlicher Brustschmerz

Des Weiteren ergeben sich hierdurch deutlich bessere Möglichkeiten für das Aufnahmegespräch und die Aufnahmeuntersuchung der Patienten, da nun die Intimsphäre bei der Untersuchung, die Vertraulichkeit und der Datenschutz besser gewährleistet sind.

Die neue Notaufnahme ist unmittelbar in der Nachbarschaft der ebenfalls baulich und apparativ neu ausgestatteten Herzkatheterlabore gelegen. Patienten mit einem akuten Herzinfarkt oder einem sogenannten akuten Koronarsyndrom, die schnell einer Herzkatheterbehandlung unterzogen werden müssen, können somit rasch und auf kürzestem Wege versorgt werden.

Diese räumliche Nähe ermöglicht die Neuschaffung einer sogenannten Chest-Pain-Unit, die mit vier Betten direkt vor dem Herzkatheterlabor als eigener Bereich in die Notaufnahme integriert ist. Die Aufgabe einer Chest Pain Unit besteht darin, einen plötzlich oder neu aufgetretenen unklaren Brustschmerz rasch und zielgerichtet abzuklären, da Brustschmerzen nicht selten Anzeichen akut lebensbedrohlicher Krankheiten sind.

Bei der Vorhaltung einer Chest Pain Unit sind viele Voraussetzungen zu erfüllen, die die ärztliche und pflegerische Ausbildung und Qualifikation, die Ausstattung der Räume und die Untersuchungsmöglichkeiten umfassen. Diese Kriterien sind von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie festgelegt worden und werden im Rahmen einer Zertifizierung überprüft. Die Zertifizierung der Chest Pain Unit ist bereits beantragt.


Besichtigung und Fachvorträge

Für Patienten mit Erkrankungen aus den anderen Fachbereichen stehen selbstverständlich jederzeit chirurgische, orthopädische, urologische und gastroenterologische Fachärzte zur Verfügung, um den Anspruch einer interdisziplinären Betreuung der Hilfesuchenden gerecht zu werden. Am Mittwoch, 14. September, wird den niedergelassenen Ärzten und den Mitarbeitern der Rettungsdienste die neueröffnete Notaufnahme mit Chest Pain Unit sowie Herzkatheterlabore vorgestellt.

Neben der Besichtigung der Räumlichkeiten und apparativen Ausstattung, finden im Herzkatheterlabor zusätzlich Fachvorträge über die Behandlung von Herzkrankheiten statt.

Hierbei wird die akute Behandlung des Herzinfarktes im Katheterlabor und die Verödungsbehandlung bei Herzrhythmusstörungen demonstriert werden.

Für die interessierte Öffentlichkeit wird es am "Tag der offenen Tür" am Samstag, 12. November, die Möglichkeit geben, die Notaufnahme und die Herzkatheterlabore zu besichtigen.