Jetzt sind alle sechs Gruppen unter einem Dach vereint, der Erweiterungsbau für die Kleinsten des Martin-Luther-Kinderhauses wurde eingeweiht. Im Kinderhaus sind jetzt drei Kindergartengruppen, eine altersübergreifende Gruppe und eine Kinderkrippen-Gruppe untergebracht. Im September kam eine Krippengruppe aus dem "Vogelhaus" an der Flughafenstraße dazu.
"Es ist fast wie Weihnachten", freute sich Nicole Danhof. Nach einer Bauzeit von weniger als einem Jahr wurde mit einem Festgottesdienst die Erweiterung des Martin-Luther-Kinderhauses an die Leiterin und ihr Team übergeben. "Es ist ein wunderschönes Arbeiten in diesen neuen Räumen, auf die wir sehr stolz sind", betonte Nicole Danhof. Die Leiterin hat mit ihrem Team bereits am 7.
Januar die Arbeit in den neuen Räumen aufgenommen.
Dies sei ein Ort, wo man Kinder gut aufgehoben wisse, wo man sie nicht nur "abgibt", waren sich Bürgermeister German Hacker (SPD) und Pfarrer Armin Kübler einig. Der lichtdurchflutete Bau mit seinem Wintergarten erhöhe die Attraktivität der Stadt und ihrer Arbeitsplätze. "Die Krippe bietet optimale Voraussetzungen für Kinder und Eltern", sagte ein zufriedener Bürgermeister. Heutzutage, da Mütter so schnell wie möglich wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren müssten, sei die Einrichtung von großer Notwendigkeit.
Noch vor ein paar Jahren hätten Kinderkrippen nicht die Akzeptanz in der Gesellschaft gehabt, die sie heute haben. "Aufbewahrungsstationen" wurden die Einrichtungen gar von manchen betitelt. Jetzt - fünf Jahre später - habe sich das gegeben. Die Gesellschaft habe erkannt, dass Krippen notwendig seien, um ein gesellschaftliches Leben zu ermöglichen - "ein neues Rollenverständnis für Frauen und Familie".
Man habe einen Ort des Verstandenseins, des Vertrauens und Wohlfühlens geschaffen, davon ist auch Kirchenvorstand Lothar Rösner überzeugt. Die Bauarbeiten begannen am 20. Februar des vergangenen Jahres und waren auch für den Architekten Bernhard Marsing eine Herausforderung, wie der Planer bei der Schlüsselübergabe rückblickend erinnerte. So war es nicht ganz einfach, auf dem engen Gelände einen Anbau zu schaffen, der im Innern den Ansprüchen genügen und im Außenbereich noch Platz zum Spielen bieten sollte.
"Es war schon eine anstrengende Zeit der Planung sowie der Bauarbeiten, umso mehr genießen wir den heutigen Tag", erinnerten Rösner und Marsing an die Planung und an die Baustelle. Der Anbau mit den kleinkindgerechten Räumen - inklusive der Gruppenräume, der Schlafzimmer, des Wickelraums und der Sanitärräume - alles ist so, wie sich Kleinkinder und Erzieherinnen das wünschen. Aber nicht nur die Krippe wurde neu gebaut, auch im bestehenden Gebäude wurden einige Änderungen vorgenommen.

Parkplätze am Friedhof

Wie der Bürgermeister bei der Einweihung erwähnte, liege die Betreuungsquote bei den bis zu Dreijährigen in Herzogenaurach mittlerweile bei 65 Prozent. Das dies aber auch Geld kostet, verdeutlichte Hacker in seiner Ansprache. Zu Beginn der Planung wurden die Kosten auf rund 1,2 Millionen Euro geschätzt, daraus wurden 1,25 Millionen Euro, zu denen das Land Bayern 534 300 Euro beisteuert. Die Stadt übernimmt 582 000 Euro.
Wegen des Wegfalls der Parkplätze vor dem ehemaligen Kindergarten sorgte die Stadt für die notwendigen Stellplätze auf dem gegenüberliegenden Friedhofsparkplatz mittels eine Gestattungsvertrages. Zudem wird das Martin-Luther-Kinderhaus von den Herzo Werken mit Fernwärme versorgt, und die Werke stifteten zur Einweihung zudem einen Trinkwasserspender im Wert von rund 4700 Euro.
Die offiziellen Reden interessierte die Kinder weniger, mit ihren Erzieherinnen bauten sie beim Festgottesdienst ein eigenes Kinderhaus und sangen Lieder wie "Wir bauen ein Haus und laden alle ein", begleitet von der Kirchenband. Das Haus der Kindern war dann auch in zehn Minuten fertig.
Während die Kirchengemeinde im Martin-Luther-Haus den Festgottesdienst feierte, gab es für die Kinder eine eigene Veranstaltung im Turnraum des Kinderhauses. Die Pfarrerin Karola und Pfarrer Oliver Schürrle stellten den Kindern den Raben "Rüdiger" vor, der im Kirchturm der evangelischen Kirche leben soll. Mit Tanz und Gesang und einer Geschichte warteten die Kinder dann sehnsüchtig auf den großen Augenblick. Endlich war es soweit, die Kinder waren inzwischen hungrig, der Architekt durchschnitt das Band und im Foyer wartete Uwe Klein, um die Gäste musikalisch zu empfangen.