Es gibt wohl kaum ein Kind, das nicht gerne singt oder musiziert. Um für ihre jungen Schüler attraktiv zu sein, bieten Musikschulen inzwischen mehr als Bach und Beethoven. Und punkten damit sogar bei der Smartphone-Generation. Musik bereichert das Leben, keine Frage. Wie sie sonst noch wirkt, sorgt unter Forschern für heiße Debatten.

Einen Beweis lieferte wieder die Käthe-Zang-Sing- und Musikschule beim Tag der offenen Tür mit Sommerfest. Man bot Kindern wie auch Erwachsenen die Gelegenheit, einen Überblick über die Vielfalt der Instrumente zu bekommen und auch darüber, was die Musikschule über den klassischen Instrumental- und Gesangsunterricht hinaus noch zu bieten hat.

Am Vormittag machte die Lehrkraft Regina Scherer mit ihren Musiker in der Innenstadt mit Trompetenklängen auf den Tag der offenen Tür aufmerksam.
Währenddessen fieberten vor und in der Musikschule die Jüngsten sowie Mamas und Papas ihrem großen Auftritt entgegen, sichtlich hatten aber die "Großen" mehr Lampenfieber.
Die Kinder aus der "Musikalischen Früherziehung" hatten mit Christine Elster-Lauer eifrig geprobt und wurden im völlig überfüllten Musiksaal von Bürgermeister German Hacker und Musikschulleiterin Margit Denk begrüßt. "Die Musikschule hat in der Stadt eine wichtige Funktion und in der Freizeit spielt Musik oft eine große Rolle, nicht nur unterhaltende und klassische, sondern auch über die neuen Medien", sagte der Bürgermeister. Die Musikalische Früherziehung will Kindern im Vorschulalter spielerisch die Grundbegriffe der Musik vermitteln.
Wie Elster-Lauer erläuterte, sensibilisiere der Unterricht die Wahrnehmung, fördere die Sprachentwicklung und Konzentration und diene der Entwicklung der Fein- und Grobmotorik sowie der Fantasie. Im Mittelpunkt stehen Sprache und Gesang, Bewegung und Tanz. Das zeigten die Kinder aus der Früherziehung eins und zwei dann auch. Da tanzten die "Bären" im Musiksaal und auf der Bühne ließen die Kinder den Regen vom Himmel fallen. Mit "Moment musical" von Franz Schubert und viel Befall verabschiedeten sich die Jüngsten der Sing- und Musikschule.

Die Lehrkräfte hatten ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, schließlich dient ein "Tag der offenen Tür" nicht nur der Unterhaltung, sondern es soll bei Kinder und Eltern auch das Interesse an einem Musikinstrument geweckt werden. Das wurde in den Räumen der Musikschule bei der Instrumentenvorstellung auch reichlich genutzt und die Kinder konnten das Schlagzeug ebenso bearbeiten, wie Blas-, Zupf- und Tasteninstrumente ausprobieren. So konnten die Kinder auch Regenmacher- und Schüttelinstrumente selbst basteln und die beliebte Musikschulrallye führte die jungen Besucher durch die Räume der Musikschule.

Für einen tieferen Einblick in die Welt der Musik und Instrumente sorgten Musikschul-Ensembles und das UMPS Spezial mit einem Open-Air am Kirchplatz sowie United Spezial Power Session mit Jazz, Rock, Pop und mehr.
Die Musikschulen haben es in der heutigen Zeit allgemein schwerer. Sie müssen gegen viele Konkurrenten antreten, wie Kinderturnen, Englisch, Fußball, Schwimmen oder sonstige Vereinsaktivitäten. Auch wirkt sich der Unterricht an den Ganztagsschulen auf das Interesse an den Musikschulen aus. "Das grundsätzliche Interesse an musikalischer Beschäftigung ist vorhanden, aber für manche Musikschüler ist das schon ein Zeitproblem", war zu hören.