German Hacker (SPD), seit vier Jahren Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, erinnerte sich gestern an seine Zeit als Mathelehrer. "Heute geht eine Rechnung auf", sagte er und meinte damit auch, dass eine Suche jetzt erfolgreich habe abgeschlossen werden können. "Das kann wirklich gut funktionieren", ergänzte er und hieß in der guten Stube der Stadt ein neues Pächterehepaar willkommen.

Seit Jahresbeginn steht das "Alte Rathaus" leer. Der letzte Pächter hatte nach zwei Jahren aufgegeben. Am Freitag kurz nach 10 Uhr hat das neue Paar den Vertrag unterschrieben: Sami Alijaj und Hendry Indriago werden das Lokal in dem schmucken historischen Gebäude künftig führen. Thailändische Küche wird es geben, sagt der 37-jährige neue Chef, ein gebürtiger Kosovare mit indischen Wurzeln. Einen Koch aus Thailand habe man fest im Personal, außerdem arbeit auch noch Samis Partnerin Hendry aus Venezuela mit.


Name: Herzo Bar-Restaurant


Der Name des zuletzt als "Alte Wache" bekannten Hauses wird künftig "Herzo Bar-Restaurant" sein. In etwa vier Wochen ist die Eröffnung vorgesehen. Bis dahin sollen die bereits seit Monaten getätigten Modernisierungen ergänzt werden, unter anderem durch eine größere Küche.

Für Sami Alijaj ist es der erste Vertrag als selbstständiger Pächter. Gastronomische Erfahrungen hat er gleichwohl eine Menge. Zuletzt arbeitete er sieben Jahre in der "Zen Bar" am Erlanger Theaterplatz. Auch dort wird thailändisch gekocht.

Der 37-Jährige ist gelernter Restaurantfachmann und Barmeister und seit seinem 15. Lebensjahr in der Gastronomie tätig, wie er im Pressegespräch erläuterte. Herzogenaurach kennt der Heßdorfer gut. So hat er schon im Schaeffler-Casino und sieben Jahre im Lindengarten gearbeitet.

Sami will neben der thailändischen Küche den Schwerpunkt auf eine Cocktailbar richten. "Das ist meine Passion", sagt er. Er sei auch schon mehrfach von der Barkeeperunion ausgezeichnet worden. Die Thaiküche mag er sehr. "Es ist eine gesunde Küche, die man sieht, riecht und schmeckt". Einen lateinamerikanischen Akzent will er durch entsprechende Musikuntermalung setzen.


Passt zum Spektrum


Dem Bürgermeister versprach er: "Wir werden auf das schöne Haus aufpassen. Sie werden nicht enttäuscht sein". Für Hacker passt das neue Paar wunderbar in das weltoffene Spektrum der Stadt. "Internationaler geht es kaum". Das alte Rathaus war 2005 in einem sogenannten PPP-Projekt für einen gastronomischen Zweck umgestaltet worden. Erster Partner war der Büchenbacher Gastronom Norbert Nägel. Die Zusammenarbeit zwischen Öffentlichkeit und Privat funktionierte aber nicht reibungslos. Nägel gab das Gebäude nach vier Jahren ab, sein Nachfolger Thomas Emilius betrieb es bis Ende des letzten Jahres.