Das Ambiente des Stadtturmes und die Ausstellung der Dozenten der Höchstadter Volkshochschule passen absolut zueinander. Im historischen Gemäuer macht sich eine Ausstellung mit Volkskunst der klassischen und der moderneren Art besonders gut. Der Kontrast allein lebt für sich. Wenn dann noch einzigartige Exponate in solchen Techniken wie Patchwork, Quilts (Decke oder Wandteppich in mehren Lagen), Töpfern, Malerei, Filzen oder Tiffany ausgestellt werden, ist ein optisches Erlebnis für die Sinne programmiert.

Sehenswerte Kollektion

Unter der federführenden Gestaltung von Barbara Eichhorn wurde eine sehenswerte Kollektion geschaffen, die am Donnerstag mit einer Vernissage eröffnet wurde. Der Raum im ersten Stockwerk des Turmes war so gut mit Gästen gefüllt, dass die Akteure kaum noch Platz fanden.
Die Programm-Gestalter der Vernissage waren die Veeh-Harfengruppe unter der Leitung von Sabine Grasse, die VHS-Gitarrengruppen-Schüler um Thomas Strehle und Sven Apenburg mit seinem Didgeridoo und Oberton-Gesang.

Jede einzelne Gruppe war für sich genommen ein kulturelles Erlebnis, dem Apenburg mit seinem eigenwilligen Instrument aus Abfluss-Installationsteilen aus Plaste die Krone aufsetzte.

Bernd Riehlein, der als "Chef" der "Fortuna" Kulturfabrik die Vernissage eröffnete, lobte die teils mühevoll im Turm aufgehängten Exponate. Neben den Kreativ-Dozenten Barabara Eichhorn (Filzen), Christiane Conrad (Aquarelle), Reglinde Fösel (Töpfern), Sabine Grasse (Veeh-Harfe/Tiffany), Anita Lang (Patchwork/ Quilts), Elfriede Schmerler (Nähen) und Hedwig Wengler (Patchwork/Quilts) wirkten auch die Sprachen-Lehrer der VHS mit: Ingrid Steinberger, Jane Wilm, Alina Nasibullina, Gerhard Bergauer, Maria-Theresa Kreutzer und Mariaangela Potente-Schwägerl.

Wohltuende Beschäftigung

Hedwig Wengler, die unter anderem ein wunderschönes Patchwork ausstellt, betonte die lange Tradition dieser Stoffgestaltungstechnik, die bis ins alte China vor Christi Geburt zurück verfolgt werden könne. Die Arbeit mache sie ausgeglichen, denn: "Wenn es mir schlech geht, gehe ich in mein Nähzimmer und mach' die Tür zu und alles andere bleibt draußen! Dann habe ich meine Stoffe um mich und es geht mir gleich besser."

Den ersten Teil der musikalischen Ausgestaltung der Vernissage übernahm die Veeh-Harfengruppe, die ihren Instrumenten ebenso zarte wie bewegt-lebendige Melodien entlockte und damit die Zuhörer begeisterte. Den zweiten Teil bestritten die Gitarrenschüler mit englischen und deutschen Liedern. Der Funke sprang sofort auf das Publikum über. Aus den Vernissage-Teilnehmern wurde ein gut besetzter, gemischter Chor.

Eigenwilliges Instrument

Sven Apenburg schließlich zauberte mit seinem eigenwilligen Instrument überraschende Töne. Die Kunst besteht darin, diese Töne mit dem Mund zu formen (Zunge oder Stimmbänder). Dabei entsteht ein ganz besonderer Sound. Die Kinder konnten sich mit Rhythmus-Instrumenten am musikalischen Spiel beteiligen, so dass ihre Augen vor Begeisterung glänzten.

Barbara Eichhorn wertete die Ausstellung als eine echte Teamarbeit und sagte: "Christiane Conrad ist auf die Idee gekommen, im Turm wieder einmal eine Ausstellung zu machen. Es war eben ein richtig tolles Zusammenspiel." Wichtig sei ihr und den Dozenten, dass die VHS in einem richtigen Licht dasteht und man erkennt, dass es wirklich kompetente Dozenten sind, die die Kurse durchführen. Die Ausstellung im Stadtturm zeige, welche lebensbejahende Wirkung kreative Arbeit haben kann.

Die Kreativ-Ausstellung ist bis zum 11. Dezember immer während des Weihnachtsmarktes geöffnet. Es gibt ein Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Verlosung.