Nachwuchssorgen gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach derzeit nicht. Damit sehr zufrieden, ebenso mit der Mitarbeit und Zusammenarbeit in der Feuerwehr, zeigte sich auch Vorsitzender Thomas Geiger in der Jahreshauptversammlung. Neben umfangreichen Berichten standen auch Ehrungen, Beförderungen und die Ernennung von Walter Waldmann und Andreas Herbig zu neuen Ehrenmitgliedern auf der Tagesordnung.
Einen umfangreichen Jahresbericht des Vereins mit 1054 Mitgliedern legte Schriftführer Stefan Rabl vor und ließ die Veranstaltungen des vergangenen Jahres nochmal Revue passieren. Außerdem stellte sich mit Jasmin Gumbrecht die neue Leiterin des Spielmannszuges vor.
Sie bedauerte den Rücktritt der bisherigen Spielmannszugleiterin Martina Schonath und berichtete von 54 Proben und fünf Ständchen sowie zwölf größeren Auftritten. "Wir werden unseren Spielmannszug in das anstehende Jubiläumsjahr führen und freuen uns auf ein spannendes und ereignisreiches musikalisches Jahr 2017", erklärte Jasmin Gumbrecht unter Beifall.
Kommandant Rainer Weber präsentierte die Einsätze der 116 ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden mit 98 Frauen und Männern sowie 18 Jugendlichen. Stolz zeigte sich Weber auf die Bambinis mit derzeit 27 Kindern, die mit großem Eifer ihre Aufgaben erfüllen und die Zukunft der Feuerwehr sichern sollen. "Die Saat geht auf, das ist eine gute Nachwuchsarbeit und das ist gut so", kommentierte Bürgermeister German Hacker (SPD) die Zahl der Bambinis.


Konstante Aktivenzahl

Nach den Worten des Kommandanten sei die Zahl der Aktiven in den letzten Jahren zwar konstant geblieben, aber die Stammstärke müsste etwas höher sein. Gerade im Bereich der 18 bis 35-jährigen wünscht sich Weber eine Verstärkung. "Denn die Stadt wächst und damit auch das Gefahrenpotenzial", erklärte er, und da müsse die Feuerwehr auch vorausschauend agieren.
Bei den 245 Einsätzen, davon 32 Brandeinsätze und 121 Hilfeleistungseinsätze, Täuschungs-alarmen und Sicherheitswachen sowie sonstigen Tätigkeiten fielen 4563 Einsatzstunden an. Dazu kamen noch mehr als 158 Übungen, Schulungen und Lehrgänge sowie zahlreiche Besprechungen und Tagungen. Wie Rainer Weber in seinem Bericht erwähnte, konnten insgesamt 18 Personen gerettet werden, davon sieben Personen über die Drehleiter. Allerdings konnten vier Personen nur noch tot geborgen werden, "leider gehört das auch zu unseren Aufgaben."


Zu viel Arbeit fürs Ehrenamt

Auch beim Atemschutz sieht der Kommandant Nachholbedarf. Zu den aktuell 45 ausgebildeten Atemschutzträgern würde sich Weber noch weitere Aktive im Alter zwischen 18 und 22 Jahre wünschen. In diesem Zusammenhang verwies der Kommandant auf Arbeitsstunden in der Atemschutzwerkstatt, die ehrenamtlich nicht mehr bewältigt werden können, und bedankte sich bei Karl Gumbrecht, der einen großen Teil seiner Freizeit in der Atemschutzwerkstatt verbringt. Gumbrecht muss im Mai aus Altersgründen seinen aktiven Dienst beenden und die Lücke beim Atemschutz müsse wieder aufgefüllt werden.
Da nicht nur die Atemschutzgeräte der Herzogenauracher Wehren gewartet werden, sondern in der Mehrzahl auch die Lungenautomaten, Pressluftatmer und Atemschutzmasken der Landkreiswehren, soll eine Änderung erfolgen. So wurden insgesamt 1254 Pressluftflaschen gefüllt, davon waren von den Herzogenauracher Feuerwehren 175 Flaschen.
"Das ist inzwischen schon ein kleines Unternehmen und das müsste dementsprechend personell ausgestattet sein", erklärte der Bürgermeister mit einem Blick auf Landrat Alexander Tritthart. Hacker sagte zwar eine weitere Teilzeitstelle eines Gerätewarts zu, erklärte aber, dass die Atemschutzwerkstatt auch Landkreissache sei. "Beim Atemschutz werden wir eine Lösung finden", antwortete dazu der Landrat, der das Thema Feuerwehr insgesamt sehr ernst nimmt.
"Wir leben in einer Zeit der Veränderungen und davon sind auch die Feuerwehren betroffen", so der Landrat. Damit müssten sich die Politik, aber auch die Kommunen und der Landkreis auseinandersetzen. Denn eine Reihe von Feuerwehren klage bereits über Nachwuchsmangel, kleinere Feuerwehren lösen sich auf oder schließen sich zusammen. Deshalb soll die Jugendarbeit forciert werden. Für die Arbeit mit den Bambinis lobte der Landrat die Feuerwehren, was allerdings die Einsatzbereitschaft nicht kurz- oder mittelfristig erhöhe.
"Die Freiwilligen Feuerwehren müssen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden", so lautet eine Forderung von Bürgermeister Hacker. Denn die Frauen und Männer verrichten den Dienst für die Allgemeinheit freiwillig, verlassen bei Einsätzen ihren Arbeitsplatz und werfen ihre Tagesplanung über den Haufen. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Feuerwehr in den Mittagsstunden den Kameraden in Erlangen zu Hilfe eilt, Keller auspumpt, Straßen freimacht und erst vor Mitternacht wieder zurückkehrt."

Die Geehrten:
Zehn Jahre aktiver Dienst Oliver Kellermann, Stefan Schmidt

20 Jahre aktiver Dienst/Vereinszugehörigkeit Rainer Weber, Philipp Handrich, Stephanie Maier

25 Jahre Mitgliedschaft und aktiver Dienst Uli Wirth, Steffen Reinhardt

40 Jahre Mitgliedschaft und aktiver Dienst Jörg Hentschke, Roman Maier, Peter Herold

Neue Ehrenmitglieder Walter Waldmann, Andreas Herbig