Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie herrschaftlich einst das Leben auf dem Anwesen der Medbacher Mühle war. So ähnlich soll es auch wieder werden, wenn die Pläne und Ideen der neuen Eigentümer erst einmal umgesetzt sind.

Am Montagabend stimmte der Bauausschuss des Höchstadter Stadtrats einstimmig der Voranfrage für das Konzept zu. "Wir sind mit einem guten Konzept guter Dinge", verrieten die noch jungen, neuen Eigentümer des Mühlengeländes dem FT auf Anfrage. Sie standen vor der Entscheidung "jetzt oder nicht mehr" und haben sich für das Jetzt entschieden.

Schritt für Schritt planen sie nun den kompletten Abriss der Gebäude und wollen das Mühlenanwesen wieder erstehen lassen. Ein neues Wohnhaus schwebt ihnen vor, dazu ein Gastronomiebereich mit Café und/oder Biergarten und auch "das eine oder andere Tier" möchten sie auf dem schon immer auch landwirtschaftlich genutzten Anwesen halten. Klar ist den Investoren, dass sie dabei noch einige Genehmigungshürden überwinden müssen.

Die Stadt auf ihrer Seite

Volle Unterstützung bekommen sie auf diesem Weg von der Stadt Höchstadt. Die hat im Entwurf für ihren neuen Flächennutzungsplan das Vorhaben Medbacher Mühle bereits eingearbeitet. Im Bauausschuss am Montag gab es auch keinerlei Bedenken. Bürgermeister Gerald Brehm (JL), Stadträte und Verwaltung sehen das Vorhaben "sehr positiv". Die Bauherren könnten jetzt in die Bauleitplanung gehen, sagt der Bürgermeister. Er denkt an einen Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan, Abstimmungen mit dem Wasserwirtschaftsamt wegen der Hochwassersituation und dem Denkmalschutz wegen der inzwischen abgelaufenen Abrissgenehmigung. In deren Verlängerung sieht Brehm aber nur eine Formsache.

In der Vergangenheit stand das Mühlenanwesen jahrelang unter Denkmalschutz. Umbaupläne scheiterten immer wieder am Veto der Denkmalschützer, ebenso der Versuch, eine Abrissgenehmigung zu bekommen. Erst als schon das halbe Dach des Hauptgebäudes eingefallen und der Verfall des Anwesens weit fortgeschritten war, stimmten die Behörden einem Abriss zu.

1968 Betrieb eingestellt

Wie die "Gästeführerin im Aischgrund", Christiane Kolbet, auf ihrer Facebook-Seite wissen lässt, gehörte die Medbacher Mühle zu den größeren im Aischgrund. In einer Urkunde des Bamberger Bischofs Ekbert von Andechs Meranien wurde sie im Jahr 1217 erstmals urkundlich erwähnt. Wie unter anderem die Orte Medbach, Gremsdorf und Kieferndorf war die Mühle im Besitz des Bamberger Klosters Michelsberg. Viele Müllerfamilien wechselten sich ab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Medbacher Mühle zerstört und erst 1674 wieder aufgebaut. Georg und Margarete Litz waren laut Kolbet die letzten Müllersleute. 1968 wurde der Betrieb der Mühle eingestellt.