Diesmal dachte ich, ich schreib mal über was anderes, und zwar über Schule. Mein allerliebstes Lieblingsthema ... Nein. Aber ich dachte, es wäre doch trotzdem mal ganz interessant. Hier also mein durchschnittlicher Schultag/Alltag in Japan. Ich kann jetzt natürlich nur von mir ausgehen, aber es ist an den meisten Schulen ähnlich.
7.20 Uhr: Mein Wecker klingelt, aber ich bleibe erstmal noch zehn Minuten liegen und versuche, wach zu werden.
7.30 Uhr: Ich raffe mich dann doch auf und geh erstmal ins Bad.
7.35 Uhr: Auf in die Küche und erstmal irgendwas zum frühstücken raussuchen.
Meistens einfach Brot oder Müsli.
7.50 Uhr: Ich gehe zurück ins Bad, um Zähne zu putzen, und ziehe dann meine Schuluniform an.
8 Uhr/8.15 Uhr: Je nachdem, ob ich mir heute Essen für die Mittagspause kaufen muss oder nicht, mache ich mich jetzt mit dem Rad auf den Weg. Falls meine Gast-Mama mir heute keine Bentobox gemacht hat, fahre ich noch schnell im Conbini vorbei und hole mir was.
8.35 Uhr: Ich sitze jetzt im Klassenzimmer und wir warten auf den Klassenlehrer, der den Unterricht mittels Short Homeroom beginnt und uns alles Wichtige für den Tag mitteilt.
8.50 Uhr: Die erste von sechs Unterrichtsstunden à 50 Minuten beginnt.
9.40 Uhr: Jetzt haben wir zehn Minuten Pause bis zur nächsten Stunde.
12.40 bis 13.25 Uhr: Und endlich Mittagspause, bevor wir uns den letzten zwei Stunden widmen.
15.15 Uhr: Der Unterricht ist jetzt offiziell vorbei und wir haben noch einmal kurz Short Homeroom, um Organisatorisches zu klären.
15.20 bis 15.35 Uhr: Jetzt heißt es Putzen und zwar je nachdem, in welche Gruppe du eingeteilt bist, verschiedene Teile der Schule.
Nach dem Putzen fangen jetzt so langsam die Clubs an. Viele gegen 16 Uhr, aber natürlich variiert das. Je nachdem, in welchem Club du bist, variiert natürlich auch die Länge. Die Sportclubs dauern beispielsweise sehr viel länger als "Kulturclubs". Das wäre also mein Tagesablauf und jetzt noch ein bisschen was zu den Fächern, die wir im Moment so haben. Im Moment bin ich im zweiten Jahr, was in etwa der elften Klasse Gymnasium entspricht. Warum in etwa? Tjaaa, der Unterrichtsstoff entspricht nicht wirklich unserer elften Jahrgangsstufe. Fangen wir mit Mathe an. Das habe ich dreimal die Woche und das Level würde ich auf neunte oder zehnte Klasse einschätzen. Auch wenn es mir leichter fällt als in Deutschland, Mathe und ich werden wohl nie Freunde.

Sechs Stunden Japanisch

Dann hätten wir da noch jeweils klassisches und modernes Japanisch jeweils dreimal die Woche, am ehesten wohl mit unserem Deutschunterricht zu vergleichen, obwohl sie nie irgendwelche ewig langen Essays o. ä. schreiben müssen. Total unfair, ich weiß. Allerdings habe ich während des klassischen Japanisch-Unterrichts meine eigenen Japanisch-Stunden, da es einfach unmöglich für mich wäre, dort etwas zu verstehen.
Als nächstes Hauslehre. Einmal die Woche eine Doppelstunde, dort lernen wir Kochen, Nähen, wie man sich richtig um Kinder kümmert, alles was man im Haus eben so braucht, und ja, auch die Junges müssen da durch. Dann wäre da der Sportunterricht, wie könnte ich den vergessen. Dreimal die Woche und oft macht er eigentlich Spaß, nur dann nicht, wenn unsere Lehrer wieder ihre sadistische Phase haben und uns bei 30 Grad um die Schule rennen lassen. Ja es sind schon 30 Grad hier und dabei ist doch erst Anfang Mai.
Als nächstes wäre da Englisch, aufgeteilt in Communication Englisch (CE) und "Writing Class" (wir schreiben da nicht wirklich irgendwas). Beides jeweils dreimal die Woche. Während im CE die ganze Klasse zusammen ist, werden wir in WC in drei Level aufgeteilt. Unnötig zu erwähnen, dass selbst unsere Fünftklässler besseres Englisch sprechen als mein Advanced English Kurs. Einfach lachhaft, das Englischniveau an den japanischen Schulen.
Vier Fächer sind noch übrig. Geschichte, auch dreimal die Woche und eher merkwürdig, da dieses Jahr das erste Mal Geschichte unterricht wird und sie irgendwie versuchen, alles von der Steinzeit bis zum Ende der 90er in ein Jahr zu pressen. Health, das irgendwie vielleicht ein Biologieersatz ist, ich weiß auch nicht so recht, worüber genau der Lehrer die meiste Zeit redet. Physik, das einzige wissenschaftliche Fach dieses Jahr und auch das erste Jahr für alle, sodass ich mir jetzt wieder Geschwindigkeitslehre aus der Klasse antun darf und das, wo Physik und ich doch sowieso auf Kriegsfuß stehen.
Als letztes wäre da noch Musik (bzw. Kunst oder Kalligraphie, je nachdem, was man wählt) und naja, Musik ist eben Musik. Ach so, und zweimal die Woche haben wir auch noch Long Homeroom, also eine ganze Stunde mit dem Klassenlehrer, in der Organisatorisches und so weiter geklärt wird. Und so sieht mein Alltag hier aus. Und hiermit verabschiede ich mich.

Mata ne!
Bekki