Ludwig ist glücklich: Er hat endlich wieder eine Aufgabe. Seit August lebt er im beschützenden Wohnbereich des Seniorenzentrums Hephata in Aschbach. "Eigentlich hatte ihm dieser Umzug zu uns überhaupt nicht gefallen", erzählt Pflegedienstleiterin Tanja Ott. "Doch jetzt ist er angekommen - dank einer wunderbaren Idee unseres Hausmeisters Alfred Tschampel."
Ludwig stellt Anzünder her. Kartons, in denen die vom Seniorenzentrum verwendeten Inkontinenzartikel verpackt sind, werden in Streifen geschnitten, und Ludwig rollt diese an einer kleinen, von Alfred Tschampel speziell dafür entwickelten Vorrichtung fest zusammen. Sicher verklebt und in flüssiges Wachs getaucht sind "Ludwigs Feuerteufel" dann auch schon bereit für ihre Bestimmung: das Anzünden eines heimeligen Feuers im Kamin oder Kachelofen. "Die Anzünder finden in der Einrichtung bereits reißenden Absatz; der Erlös kommt der sozialen Arbeit im Haus zugute", berichtet Tanja Ott in einer Pressemitteilung des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim.


Auf Fähigkeiten eingehen

Ludwigs ganz besonderes Beschäftigungsangebot ist ein Beispiel, wie die Mitarbeitenden im Seniorenzentrum Hephata auf Wünsche, Neigungen und Fähigkeiten der Bewohner eingehen. "Bei uns wird jeder Mensch aus unserer christlich-diakonischen Haltung heraus wertgeschätzt und angenommen", beschreibt der Einrichtungsleiter, Diakon Roland Merklein, die Grundhaltung im Haus Hephata.
Das Haus, das zur Diakonie Bamberg-Forchheim gehört, bietet Pflegebedürftigen aller Pflegegrade und deren Angehörigen eine breite Palette an Unterstützung und Hilfen. Tagespflege, stationäre Pflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege bis hin zu einem beschützenden Wohnbereich für Menschen mit einer schweren Demenzerkrankung sind im Haus Hephata zu finden.
Dass ein Leben auch mit einer Demenzdiagnose Spaß machen kann und immer noch sehr lebenswert ist, dafür ist Ludwig das beste Beispiel. Er sprüht vor Lebensfreude und ist so voller Tatendrang, dass mittlerweile die Kartons knapp werden. "Ich musste schon bei meinen Kollegen in den anderen Seniorenzentren der Diakonie Bamberg-Forchheim nachfragen, ob wir von ihnen Materialnachschub haben können", erzählt Tanja Ott schmunzelnd.
Zwei weitere Bewohner würden auch gerne mitarbeiten. Also baut Alfred Tschampel noch weitere Vorrichtungen zum Rollen der Anzünder. Und wenn die Kachelofenzeit vorbei ist? "Dann möchte Ludwig in unserem Garten werkeln", weiß Tanja Ott.
Wer "Ludwigs Feuerteufel" zugunsten des Seniorenzen-trums Hephata erwerben möchte, kann sich an die Verwaltung wenden unter Telefon 09555/8097100.