Weil sie ihrem kranken Sohn über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren die erforderliche ärztliche und medizinische Behandlung verweigert haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage erhoben.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zog die Mutter Ende 1999 mit ihren damals elf, zwölf und 14 Jahre alten Kindern zu ihrem Lebensgefährten, der sich als Lehrer der "Neuen Gruppe der Weltdiener" sehen soll. Der damals zwölfjährige Sohn litt an Mukoviszidose. Wie es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft heißt, soll sich der Zustand des Jungen in der Folgezeit erheblich verschlechtert haben, weil ihm Medikamente vorenthalten wurden und er oft auf Nahrung verzichten musste. Bis zum Auszug der Kinder Ende 2002 sollen die Mutter und ihr Lebensgefährte mit dem kranken Jungen keinen Arzt besucht haben.

Die beiden Angeschuldigten bestreiten die Tat. Sie haben erklärt, der Junge hätte jederzeit selbständig zum Arzt gehen können. Eine Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet. Im Falle einer Verurteilung drohen den beiden Angeschuldigten Freiheitsstrafen von einem bis zu 15 Jahren.