Wer kennt sie nicht, die alten Schulbänke, deren Tischplatten leicht angeschrägt sind und worunter noch eine schmale Ablagefläche für Bücher und alles, was der Lehrer nicht sehen durfte, angebracht war. Am linken und rechten Stuhlbein je eine Halterung für den Ranzen. Viele haben noch an solchen Tischen gepaukt, geschwitzt und geschwatzt.

Weil nun aber die mittelalten Möbel der Lonnerstadter Schule auf den Dachboden müssen, so sagt Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) lächelnd, müssten die ganz alten Möbel dort raus. Das schafft nun die Gelegenheit für alle, die eine solche Schulbank zu Hause haben wollten - vielleicht für die eigenen Kinder. Denn um Aufwand, Zeit und Geld zu sparen, um die alten Möbel zu entsorgen, so Bruckmann, kann nun jeder nach vorheriger Anmeldung sich eine solche Bank samt Stühlen abholen

Kindergartenkinder in der Schule

"Die Möbel sind halt aus der Mode gekommen", sagt die Bürgermeisterin, sonst aber noch gut in Schuss. Und Hausmeister Bernd Heinlein ergänzt: "Das sind noch gute Tische und Stühle." Mit dem bisherigen Zuspruch hatten die beiden nicht gerechnet. Noch sind ein paar Stücke da, aber nicht mehr lange. "Bis Ende Juni müssen die Sachen draußen sein", meint Bruckmann.

Schließlich muss Platz auf dem Dachboden geschaffen werden. Denn in drei Zimmer im ersten Stock, wo bisher unter anderem die Verkehrserziehung untergebracht war, werden ab Anfang November Kindergartenkinder ziehen. Dafür müssen alle Schulbänke, die jetzt noch dort stehen, nach oben gebracht werden. "Die Räume werden noch entsprechend hergerichtet", sagt Bruckmann. Dazu werden die Heizungen verblendet, eine Küchenzeile eingezogen und Garderoben angebracht.

Um die 60 Kindergartenkinder werden für ein Jahr in den je etwa 60 Quadratmeter großen Räumen untergebracht werden, weil die Kita in zwei Schritten renoviert wird. Die Krippenkinder kommen ab November im Neubau unter, die älteren in der Schule.

Damit diese die Schule aber getrennt von den noch älteren Schulkindern betreten können, wird noch ein Eingangsbereich samt Treppenhaus aus Containern angebaut werden. Dazu wird ein Fenster im ersten Stock der Schule zur Tür umgebaut. Das hatte der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen. Viel zu tun also in der Schule. Bruckmann sagt, man läge gut im Zeitplan.

Der Dachboden als Archiv

Früher, als die Schule 1950 fertiggestellt wurde, war der Dachboden noch für andere Dinge vorgesehen. Heinlein zeigt in Richtung Dach. Und tatsächlich, dort hängen noch immer die Ringe aus dem Sportunterricht. Zwischenzeitlich seien Teile des Dachbodens auch als Archiv der Gemeinde genutzt worden. Lässt man den Blick über die Bänke hinweg schweifen, sieht man Computertische unter Planen, eine etwas ältere Tafel oder einen schon angerosteten Projektor.

In gewisser Weise ist der große Raum unter dem Giebeldach noch immer ein Archiv. So werden die Räume in der Schule für das genutzt, wofür sie gerade gebraucht werden. Zuerst Turnhalle, dann Abstellkammer. Auch das Foyer hat momentan zeitweise eine andere Funktion. Darin tagt zuweilen der Gemeinderat - zumindest solange die Schule nicht wieder geöffnet hat. Dann wird man wohl in die Turnhalle umziehen müssen, meint Bruckmann.

Die Schule war eben schon immer ein Projekt der gesamten Gemeinde. Das betont auch die Bürgermeisterin, als sie beim Verlassen des Dachstuhls sagt: "Das hat das Dorf miteinander gebaut."