Zu einem echten Fest der Überraschungen wurden heuer in der Stadtpfarrkirche die Weihnachtsfeiertage für die zahlreichen Besucher der Gottesdienste am 4. Advent, an Heilig Abend sowie am ersten und zweiten Weihnachtstag.
Die Überraschung über die bereits fertig restaurierten Teile von St. Georg war genau so groß wie die Wahrnehmung all dessen, was noch an Arbeiten in den kommenden Wochen ansteht.


Zwei große Christbäume im Chorraum

Eine zweite Überraschung hatten die Mesner der Pfarrei mit Konrad Wichert, Gerhard Wirkner, Andrea Vogel sowie Günther Nietzsche und Karlheinz Löbenfelder parat: Sie wollten in der Nacht auf Heilig Abend nach der Wiedereröffnungsfeier den unzähligen Besuchern der kommenden Tage eine Freude bereiten und schmückten zwei große Christbäume als weihnachtliche Dekoration im Chorraum. Niemand der großen Gemeinde am Samstagabend hatte nach der Wiedereröffnungsfeier damit gerechnet. Umso größer fiel das Staunen am nächsten Tag aus.


Ein besonderes Weihnachtserlebnis

Auch für die zwölfjährige Johanna aus der St. Georg-Gemeinde gab es eine große Überraschung: Sie sollte auf Wunsch von Dekan Kilian Kemmer das Jesuskind während der nächtlichen Christmette an Heilig Abend in die Kirche tragen. Johanna sehnt sich schon seit ihrer Erstkommunion danach, Ministrantin zu werden, was verschiedene gesundheitliche Handicaps bislang nicht zuließen. An Heilig Abend war es soweit: Johanna zog zu diesem Anlass ein Ministrantengewand an und trug das Kind in der Krippe begleitet von anderen Ministranten zum Altar.

In den drei Mettenfeiern stellte Dekan Kilian Kemmer die Frage, warum Gott in Jesus ein Mensch wurde. Die Antwort des Dekans lautete: Weil Gott der gesamten Menschheit Nachhilfeunterricht anbieten wollte - und zwar 33 Jahre lang, während des irdischen Lebens seines Sohnes Jesus. "Weihnachten erinnert uns an die Verständnishilfe Gottes, was den Sinn des Lebens ausmacht und die Deutung des menschlichen Lebens mit den Maßgaben Gottes."


Liebe übersteigt das Denken

Anhand eines Gedichtes von Berthold Brecht zeigte Kilian Kemmer die Begrenztheit des menschlichen Denkens auf, eine Beschränktheit, die nicht alles verstehen kann. "Nicht alles, was wir Menschen nicht verstehen ist falsch." Das Phänomen der Liebe übersteigt das menschliche Denken und bleibt trotzdem als Wirklichkeit erfahrbar. Dies gelte auch für die Liebe zwischen Gott und Mensch. Um diesen Zusammenhang immer wieder neu in Erinnerung zu rufen, brauche es eine Kirche als Verständnishilfe und zur Sinnvermittlung. "Kirche sind wir alle, nicht nur an Weihnachten, sonst könnten wir einpacken."

Am ersten Weihnachtstag gestaltete der Kirchenchor unter der Leitung von Florian Mayer und mit Reinhard Döring an der Orgel den Festgottesdienst und brachte dabei eine lateinische Messe des zeitgenössischen englischen Komponisten Timber zu Gehör.