Als hätte er eine Vorahnung gehabt - "nein, nein, am Ende geh' ich auch noch mit einem Posten nach Hause" -, erteilte Adam Hildel der Bitte eine Absage, die Wahlleitung beim Obst- und Gartenbauverein Herzogenaurach zu übernehmen. Die Mitglieder schienen dann ziemlich überrascht, als der Vorsitzende Günter Kreis erklärte, nicht mehr zu kandidieren. "Ich bin jetzt 74 Jahre alt und es wird Zeit, dass ein Jüngerer Verantwortung übernimmt", begründete Kreis seinen Rückzug. Nach einigem Hin und Her, bei dem sich auch Herbert Lawrenz, stellvertretender Kreisvorsitzender, um einen Nachfolger von Kreis bemühte, indem er den Vorstandsposten eines Gartenbauvereins in den buntesten Farben malte, ging alles ganz schnell.
Für das Amt des Vorsitzenden kandidierte Kurt Winter. Die einstimmige Wahl war somit gesichert, und auch die restlichen Vorstandsmitglieder erklärten sich bereit, weiterzumachen.
"Den Rest erlebe ich dann, wenn ich nach Hause komme", meinte der neue Vorsitzende schmunzelnd, der sich schon eine Zeit lang sträubte, sich aber dann überreden ließ, den Verein für zwei Jahre zu führen, nachdem ihm Günter Kreis seine tatkräftige Unterstützung versprach.
Neben den Neuwahlen standen besonders die Ehrungen und der Bericht des Vorsitzenden im Mittelpunkt der Jahresversammlung, zu der rund 40 Mitglieder ins Turnerheim kamen. "Da merkt man, wie alt man ist", kommentierte Adam Hildel seine Ehrung für 60-jährige Mitgliedschaft, wofür ihm Lawrenz das Ehrenzeichen mit Eichenkranz anheftete.
Der langjährige Vorsitzende Günter Kreis macht sich Sorgen um die Zukunft des Vereins, denn die Zahl der Mitglieder schrumpfte gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 213 Mitglieder. Dabei biete der Obst- und Gartenbauverein neben Vorträgen, Kursen zum Gehölz- und Obstbaumschnitt sowie kulturellen Veranstaltungen viel Wissenswertes für Gartenbesitzer. "Wenn der Verein auch künftig Bestand haben soll, dann muss sich jeder von uns um neue und auch jüngere Mitglieder kümmern", appellierte Kreis an die Versammlung. Der Zusammenhalt der Mitglieder wird bei Grillfesten, einem Kirchweihbesuch und gemütlichen Wanderungen rund um Herzogenaurach gepflegt, die Planungen dazu hat Kreis schon abgeschlossen.

Gewählt und geehrt