Die achte Auflage des "Münchauracher Klosterfrühlings" startet am Sonntag, 17. April, um 17 Uhr in der romanischen Klosterkirche. Beim "Festival alter und neuer Musik" erklingen bei "ad libitum" mit Jörg Krämer (Flöte) und Paulo Arantes (Oboe) sowie Wolfgang Peßler (Fagott) Werke von Beethoven und Villa-Lobos. Neben brasilianischen Klängen wird als Höhepunkt die Uraufführung des diesjährigen Kompositionsauftrages "Vater, Sohn und ..." zu hören sein.
Der Verein Kultur Erlangen-Höchstadt vergibt zu jedem Klosterfrühling einen Kompositionsauftrag, und der organisatorische Leiter Gerald Fink konnte diesmal Stefan Hippe aus Georgensgmünd gewinnen.
Die drei Musiker der Staatsphilharmonie Nürnberg werden das anspruchsvolle Stück erstmals in der Münchauracher Klosterkirche spielen, erklärte Fink bei der Vorstellung des Programms.
Wie Pfarrer Peter Söder, Kirchenvorstand und Bürgermeister Klaus Schumann (ÜWB) sowie Gerald Fink erläuterten, nimmt auch der achte Kompositionsauftrag Bezug zur Klosterkirche. "Bei den Uraufführungen wird kein Stück aus der Schublade aufgeführt, sondern die Komposition soll sich auf die Klosterkirche oder deren Ursprung beziehen. Manche Komponisten ließen sich auch von der Architektur oder Stimmung des romanischen Gebäudes beeinflussen", berichtete Fink über Kompositionen aus vergangenen Jahren.
Mit Hippe fand Fink einen Komponisten für zeitgenössische Musik, der für seine rund 70 Kompositionen schon diverse Preise erhielt. Der Träger des Kulturförderpreises der Stadt Nürnberg wirkte als Solist, Ensemblemitglied und Dirigent bei zahlreichen Aufführungen zeitgenössischer Musik mit, darunter 90 Uraufführungen. "Bei ,Vater, Sohn und ...‘ könnten die Punkte etwas bedeuten oder auch nicht, normalerweise müsste Heiliger Geist kommen, aber lassen wir uns überraschen", meinte Gerald Fink.


Das Geheimnis der drei Punkte

"Bei dem Stück scheint der Titel für ein altes Klostergemäuer klar, und jeder weiß spontan die drei Punkte am Ende auszufüllen. Wenn ich Ihnen aber erzähle, dass es ein Stück ist, das von meinem Sohn und mir handelt, wird das Stück schon etwas schwieriger", sagt Stefan Hippe über seine Komposition. Denn Musik soll Fragen stellen und die Gedanken frei machen. Diesen Widerspruch zu lösen wünscht Hippe den Konzertbesuchern am 17. April.
Ausgangspunkt für die Konzeption des Klosterfrühlings ist der Raum der ehemaligen Klosterkirche selbst. Die exemplarisch schöne Architektur einerseits und die Geschichtsträchtigkeit des Ortes andererseits finden in der Programmgestaltung der Konzerte daher immer eine besondere Berücksichtigung. "Die geschichtliche Dimension des Gebäudes und des darin gelebten Glaubens wird durch ein Repertoire alter und neuer geistlicher Musik deutlich gemacht und durch Einbindung zeitgenössischer Musik in die Gegenwart gebracht", erklärte Fink das Konzept des Klosterfrühlings.
Beim zweiten Konzert am 24. April greift Gerald Fink (Spinett) bei "pensiero musicale" selbst in die Tasten und zusammen mit Cornelia Götz (Sopran), Bernd Müller (Violine) und Christine Hussong (Gambe) werden Werke von Johann Sebastian Bach und aus der Gegenwart zu hören sein.
Mit den "Octavians" wird es am 1. Mai um 17 Uhr einen weiteren Hörgenuss geben. Die ehemaligen aktiven Mitglieder des Knabenchores der Jenaer Philharmonie singen Werke von Mendelssohn über die Kings Singers bis John Lennon. Zum Repertoire der Gruppe gehören neben sakralen Werken und Madrigalen auch traditionelle, romantische und nicht zuletzt zahlreiche humoristische Stücke aus über 800 Jahren Musikgeschichte.
Für Klaus Schumann sind die Konzerte beim Klosterfrühling immer etwas Besonderes und haben sich in der Region im kulturellen Angebot etabliert. "Ich bin stolz, dass diese anspruchsvollen Konzerte bei uns in Münchaurach stattfinden", zeigte sich der Bürgermeister sichtlich stolz. Für Pfarrer Söder ist es jetzt der dritte Klosterfrühling, und er könne sich die Kirche ohne die Konzerte überhaupt nicht mehr vorstellen. Außerdem seien schon die ersten Anfragen nach Eintrittskarten eingetroffen, berichtete der Pfarrer, und auch Gerald Fink hatte bereits Anfragen von Musikern und Chören.
Stolz zeigte sich Fink auch, dass in all den bisherigen Konzerten nie eine gleiche Besetzung zu hören war, sondern immer wieder Künstler gefunden werden konnten, die anspruchsvolle, klassische und auch klassisch moderne Werke aufführen. "Die Künstler bringen unsere Kirche zum Leuchten, und wir erreichen dadurch auch, dass die Leute unsere Kirche wahrnehmen", zeigte sich der Pfarrer stolz.
Termine: Die drei Konzerte an den Sonntagen 17. und 24. April sowie 1. Mai beginnen jeweils um 17 Uhr.

Tickets: Der Eintritt kostet zehn Euro an der Abendkasse, Karten gibt es im Vorverkauf in allen FT-Geschäftsstellen, online unter tickets.infranken.de oder im Pfarramt.