Ein überraschendes Ergebnis gab es in der Sitzung des Herzogenauracher Bauausschusses am Donnerstagabend: Die Firma Centerscape Delta, die die neue Bebauung des Areals Klingenwiesen plant, muss ihre Pläne überarbeiten und nochmal vorlegen. Eigentlich sollten die Bauarbeiten für das Ladenzentrum auf dem ehemaligen Obi-Gelände nach der Sommerpause losgehen. Dafür hatten die Bauherren einen Antrag auf Erteilung einer Abweichung von der Stellplatzsatzung der Stadt Herzogenaurach eingereicht. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Unterschreitung der Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze um sechs Prozent zu befürworten und hatte 13 weitere Bedingungen und Auflagen des Planungsamts im Beschlussvorschlag aufgeführt.
Dabei ging es hauptsächlich um die Außenanlagen, die Bepflanzung, die Fahrradstellplätze und die Aufforderung, einen Lärmschutznachweis sowie die Entwässerungspläne vorzulegen.

Verkaufsflächen sind in Ordnung

Über diese Punkte wurde allerdings nicht diskutiert, sondern nur über die Stellplätze. Ingesamt ergebe sich eine Unterdeckung von 63 Stellplätzen, erklärte Anja Wettstein vom Planungsamt, sowohl die Nutzungsflächen als auch die Verkaufsflächen würden aber eingehalten. Das Problem ergebe sich auch daraus, dass für jeden der drei Bauabschnitte die Stellplatzsatzung separat zur Anwendung kommt.
Im Ausschuss wurden flugs die Stellplätze hochgerechnet, die allein für das Personal erforderlich sind, und bei der CSU stieß der Antrag auf Abweichung von der Stellplatzsatzung von vornherein auf Ablehnung. "Die Situation stellt sich nicht gerade als rosig dar", erklärte Kurt Zollhöfer (CSU). Für seinen Fraktionskollegen Christian Polster war die Ablehnung klar, er hatte schon im Stadtrat gegen das gesamte Projekt gestimmt.

Autos bleiben nicht stehen

Sitzungsleiterin und Zweite Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD) versuchte, das Problem mit einem Synergieeffekt zu entkräften, denn die Kunden würden ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen lassen, wenn sie in mehreren Geschäften einkaufen würden. Dem widersprach Curt Blank (SPD). Die "Schnäppchenjäger" im Stadtnorden würden mit dem Auto vom Kaufland zu Aldi und Lidl pendeln und sich auch noch schnell beim Polsters-Beck ein Brötchen holen.
Unverständnis herrschte auch darüber, dass die Verwaltung eine Stellplatzablöse nicht zur Diskussion stellte, schließlich verschenke die Stadt damit viel Geld. Nach einer fast einstündigen Diskussion ließ Schroff von Thomas Nehr einen neuen Beschlussvorschlag formulieren. Die Stellplätze sind nachzuweisen, dies gelte auch für den weiteren Bauabschnitt, für den ebenfalls eine Abweichung beantragt wurde.