Im Heßdorfer Ortsteil Klebheim formiert sich Widerstand gegen die geplante PWC-Anlage (Parkplätze für Lastwagen und Autos mit Toilettenanlage) an der A3 nahe Klebheim.

Die Freien Wähler hatten zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Staudigel eingeladen, und der Saal war voll. Die Autobahndirektion will bei Klebheim eine PWC-Anlage errichten lassen, die ursprünglich in der Nähe des Adelsdorfer Ortsteiles Neuhaus geplant war. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren für den sechsstreifigen Ausbau der A 3, und die Pläne liegen im Rathaus aus, allerdings ohne die geplante PWC-Anlage, für die ein gesondertes Verfahren folgen soll.


Die Skepsis der Bürger gründet sich vor allem darauf, dass bei Neuhaus die benötigte Fläche aus Ackerland bestanden hätte und aus Naturschutzgründen nicht in Anspruch genommen werden könne, bei Klebheim müsse aber ein Wald gerodet werden. Die Klebheimer fragen sich jetzt, ob Ackerland ökologisch wertvoller ist als ein intakter Wald und werfen der Autobahn Unehrlichkeit vor. So forderte die Gemeinde Heßdorf bei der Autobahndirektion das Naturschutzgutachten an. Dies wird, wegen angeblich noch fehlender Stellungnahmen, noch zurückgehalten und erst mit den Planfeststellungsunterlagen zugestellt. Versammlungsteilnehmer vermuteten, dass die Autobahndirektion auf Zeit spielt, um die Einspruchsfristen verstreichen zu lassen.

Die Versammlungsleiter und Gemeinderäte der Freien Wähler, Johann Ort und Erich Biermann, befürchten zudem, dass der Baustellenverkehr beim Bau der PWC-Anlage über die Staatsstraße 2240 abgewickelt wird, was eine enorme Belastung für den kleinen Ortsteil bedeuten würde.

"Die Bürger haben nichts zu sagen", hieß es, die Verschiebung sei eine politische Entscheidung, denn auf politischen Druck sei auch die Rastanlage Aurach um ein Drittel verkleinert worden.

Biermann verwies auch auf ein Gutachten aus dem Jahr 2010. Damals hieß es, Buch sei am geeignetsten, und Waldflächen sollen verschont bleiben. Die Klebheimer müssen jetzt tätig werden, forderten deshalb Ort und Biermann. Nach Meinung der Versammlungsteilnehmer besteht dringender Handlungsbedarf. Die Bürger dürften sich nicht alles gefallen lassen.

Auch die ehemalige Gemeinderätin des Bürgerblocks, Petra Hendel, empfahl, möglichst frühzeitig tätig zu werden, und Christine Hartmann forderte von den Gemeinderäten, Druck auf die Politiker auszuüben. Wie Ort und Biermann versicherten, werden alle Fraktionen im Gemeinderat die Klebheimer unterstützen. Dies sicherten Manfred Bäreis (CSU) und Stefan Stiegler (SPD) auch zu. Lediglich vom Bürgerblock war kein aktueller Gemeinderat anwesend, wie auch der frühere Bürgermeister Helmut Maar (BB) bemängelte.

"Ihr müsst zu einem Ergebnis kommen und dürft das Thema am heutigen Abend nicht zerreden oder euch auseinanderdividieren lassen", forderte Maar und unterbreitete auch gleich einen Vorschlag. So soll die Versammlung Leute benennen, die sich bei den Behörden die entsprechenden Informationen holen. Jetzt schon Rechtsanwälte einzuschalten, bringe noch nichts. Zuerst müssten die Fachbehörden gehört werden, da es noch viel zu viele offene Fragen gibt.

Beispielsweise sei noch nicht bekannt, wie die Anlage erschlossen werden soll und welche Belastungen auf den Ort zukommen würden. Ralf Klössinger verwies auf das sehr sensible Gebiet mit den angrenzenden Weihern und den Vögeln, die dort ihre Brut großziehen. Er möchte wissen, was mit dem belasteten Oberflächenwasser passiert. Biermann befürchtet durch die direkt vorbeiführende Staatstraße auch eine Zunahme der Kriminalität, so sei es für die Ganoven ein leichtes, kriminelles Gut über den Zaun zu werfen.

Schließlich erklärten sich Reinhold Steinko, Christian Hausner und Jürgen Hartmann sowie Steffi und Ralf Klössinger bereit, als Sprecher zu fungieren und bis zu nächsten Zusammenkunft die notwendigen Informationen zu beschaffen. Die Versammlung war sich insoweit einig, dass Klebheim keineswegs kampflos aufgeben wird.