Bürgermeister Bernhard Seeberger (FW) hatte sich auf eine ruhige Sitzung des Gemeinderats eingestellt. Auf Wunsch des Gemeinderats sollten drei Architekten ihr Konzept zur Erweiterung der Kindertagesstätte vorstellen.
In der Kindertagesstätte stehen 102 Plätze zur Verfügung, davon werden ab September 100 belegt sein. Die Gemeinde geht davon aus, dass der Kindergarten auch künftig viergruppig betrieben werden soll und somit ausgelastet ist. Im Krippenbereich sind alle 13 vorhandenen Plätze belegt, neun Kinder können im September schon nicht mehr aufgenommen werden.


Drei Vorschläge

Damit ist eine Erweiterung des Krippenbereichs dringend geboten. Die Architekten Wolfgang Ernst, Winfried Rudel und Erich Popp stellten ihr Planungskonzept vor.
Das Problem am jetzigen Standort besteht darin, dass es auf dem Grundstück nahezu keine verfügbaren Flächen mehr gibt.

Wolfgang Ernst von der Firma Haas aus Lauf/Pegnitz könnte sich vorstellen, den vorhandenen Anbau des Kindergartens aufzustocken. Architekt Rudel sieht die Möglichkeit einer Erweiterung durch einen Umbau, wobei allerdings die Jugendkapelle aus dem Keller rausmüsste.

Erich Popp aus Herzogenaurach stellte mehrere Varianten vor: ebenfalls einen Umbau der vorhandenen Räume und alternativ dazu einen eingeschossigen Bau im Garten. Den Umbau der provisorischen Gruppe beziffert der Architekt auf rund 100 000 Euro, der Umbau des Kellers würde 300 000 Euro kosten und den eingeschossigen Bau im Garten bezifferte er auf rund 400 000 Euro. Bei einem Neubau der Kindertagesstätte wird pro Gruppe eine halbe Million Euro angenommen.

In der Diskussion wurde festgestellt, dass den Architekten scheinbar der künftige Bedarf nicht bekannt war, was der Bürgermeister allerdings bestritt. So sei in den Vorbesprechungen sehr wohl die Kita-Leitung mit eingebunden gewesen. Das Fatale im Kita-Bereich ist allerdings, dass eine Gruppe als Provisorium geführt wird, die Genehmigung ausläuft und auch nicht mehr verlängert wird.

Damit sitzt der Gemeinde sowie der Kindergartenleitung - die mit Elternbeiräten und Erzieherinnen die Sitzung verfolgte - die Zeit im Nacken. Barbara Ramm (SPD) ist sich sicher, dass die von den Architekten vorgestellten Lösungen die künftigen benötigten Plätze nicht abdecken. Sie brachte einen Neubau ins Gespräch, zudem wurde der Gemeinde vorgeworfen, zu spät zu reagieren.


Außenbereiche erhalten

Spannend wurde es dann am Ende der Sitzung, als sich die Kindergartenleitung, Erzieherinnen und Eltern zu Wort meldeten. Von einem Anbau im Garten waren Leiterin Jana Kruckenberger und die Erzieherinnen nicht gerade begeistert, denn bei einem Anbau hätte der Sandspielplatz erheblich verkleinert werden müssen. "Einen Eingriff in den schon nicht gerade großen Freibereich möchten wir nicht unbedingt haben, 100 Kinder brauchen Platz zum Toben." Schließlich leiden die Gruppen bereits jetzt an Platzmangel.

Auch die Gruppenräume seien für die großen Gruppen schon zu klein, da wolle man die Kinder im Außenbereich nicht auch noch einengen. Der Anbau würde zwar zu einer gewissen Entzerrung beitragen, aber das Grundproblem des Platzmangels nicht lösen.


Frage der Angebotsqualität

Zudem seien im Gebäude keine ausreichenden Lagerräume vorhanden, Material liege im Flur und im Büro. Da vorher in der Sitzung davon gesprochen worden war, dass keinesfalls die Qualität des Angebots nachlassen dürfe, gab es Vorwürfe eines Vaters. "Dann dürft ihr keine Baugebiete mehr ausweisen oder nur alte Leute bauen lassen." Auch er warf der Gemeinde vor, zu spät reagiert zu haben.

Ein Beschluss wurde am Ende nicht gefasst. Die Architekten wurden aufgefordert, die Vorschläge in ihre Entwürfe einzuarbeiten und sie wieder vorzustellen.