Die kleinen "Bewohner" des Martin-Luther-Kindergartens wissen es schon lange, doch jetzt sollen es auch die Erwachsenen erfahren. Morgen beginnen die Arbeiten für den Neubau einer Kinderkrippe. Zum Spatenstich um 13.15 Uhr ist die Bevölkerung herzlich eingeladen, sagt Lothar Rösner von der evangelischen Kirchengemeinde. Diese ist Träger der Einrichtung und Bauherr des neuen Gebäudes, das etwa 1,2 Millionen Euro kostet und schon bis zum Jahresende fertig gestellt sein soll.

Im Kindergarten selber ist das anstehende Großprojekt zum Jahresthema ernannt worden. Und wie auf einer richtigen Baustelle auch schaufeln die Kinder nach Herzenslust, und Erwachsene haben keinen Zutritt, es sei denn in Begleitung ihrer Kinder. Die Vorschulkinder des letzten Jahres respektive ihre Eltern haben die Baustellen-Spielgeräte dem Kindergarten geschenkt, weil sich die Kleinen das gewünscht hatten.
Für Kindergartenleiterin Nicole Danhof eine durchaus bemerkenswerte gute Tat.

Häuser bilden eine Einheit

Der Neubau der Kinderkrippe wird Platz schaffen für zwei Gruppen mit je 13 Kindern. Bisher verfügt die Einrichtung über eine Gruppe für die Kleinsten bis zu drei Jahren. Der neue Trakt wird an den Kindergarten angebaut, so dass wieder ein besserer Kontakt untereinander entsteht. Rösner: "Beide bilden eine Einheit".

Darauf legen auch Danhof und ihre Stellvertreterin Anne Plack Wert. "Die Zusammengehörigkeit ist uns wichtig", sagen sie im FT-Gespräch. "Kindergarten und Krippe gehören zusammen". Von daher freut es die beiden Erzieherinnen auch, dass ein Teil des neuen Erlebnisgartens von allen Kindern gemeinsam genutzt werden darf.
Dieser Erlebnisgarten wird ein Schmuckstück, berichtet Lothar Rösner. Man hat hierzu eine eigene Architektengemeinschaft beauftragt. Bettina Frenzke und Steffen Grau aus Altdorf haben viele Elemente eingebaut, die den Bedürfnissen der Kleinsten entsprechen. Eine Holzraupe zum Durchkrabbeln, Baumstämme zum Balancieren, Stangen zum Turnen sind nur ein paar der Elemente. Der Untergrund wird weich gestaltet.

Lothar Rösner sieht in der Anlage ein Paradies für Kinder. Und erinnert sich an die eigene Kinderzeit: "Wir hatten früher nur eine Schaukel, davor standen immer 20 Kinder". Zusätzlich zum Erlebnisgarten im Nordbereich kommt noch ein Rasenfeld mit Schaukel, Sonnensegel und Sandkasten südlich des Neubaus. Und eine Matschecke gibt's natürlich auch. Der Kinderkrippenbau wird zwei Gruppenzimmer, Schlaf- und Nebenräume erhalten mit einer Nutzfläche von etwa 250 Quadratmetern. Hinzu kommen Personalräume und das Lager im Obergeschoss mit weiteren 80 Quadratmetern, erläutert Rösner. Architekt des Gebäudes ist Bernhard Marsing aus Erlangen.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde erhält als Träger der Einrichtung von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von rund 478 000 Euro. Die Regierung schießt 464 000 Euro zu, so dass für die Kirche noch etwa 258 000 Euro verbleiben. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,2 Millionen Euro.

Die Stadt stellt darüber hinaus auf dem Parkplatz des Friedhofs die erforderlichen 18 Stellplätze zur Verfügung. Denn der Neubau entsteht auf dem bisherigen Parkplatz; ein kleiner Garagenbau wird abgerissen. Lothar Rösner weist die Bevölkerung nicht nur auf den morgigen Spatenstich hin, sondern macht auf Beeinträchtigungen aufmerksam, die die Bauarbeiten mit sich bringen.

So werden der Fußweg und auch die südliche Fahrspur der Straße vor dem Kindergarten für den Verkehr gesperrt, da der Arbeitsraum extrem eng ist. Eine Ampel soll dann auf der verbleibenden Spur jenseits der Mittelinsel den Verkehr regeln. Der Zugang zum Martin-Luther-Haus und Kindergarten ist dann nur über die Dr.-Wilhelm-Schaeffler-Straße möglich. Auch der Von-AndechsWeg wird gesperrt.