Üblicherweise wurde in der jüngeren Vergangenheit der Frickenhöchstadter Kerwabaum immer in den Wäldern des Fürstenhauses Castell am Ortsrand geschlagen und für die Kerwa im Ort gesponsert. In diesem Jahr spendete eine Familie aus ihrem Privatwald in der näheren Umgebung die stattliche Fichte, die unter den Frickenhöchstadtern Begeisterung auslöste.

Frickenhöchstadt liegt am Ostrand des Steigerwalds. "Wohnen, wo andere Urlaub machen", das beschreibt die ruhige Lage des kleinen Dorfes mit nur 55 Einwohnern wohl am besten. An diesem Kerwasamstagnachmittag waren alle Einwohner auf den Beinen, um das Aufstellen ihres Kerwabaums mitzuerleben.


Jeder packt mit an

Und nicht nur das: Auch jeder im Ort hatte wohl selbst mit Hand angelegt, um die Kirchweih 2016 wie immer zu ihrem Fest zu machen.
Ob es die Ausgestaltung rund um das schmucke Gemeindehaus war, der liebevoll gestaltete Floh- und Antikmarkt auf dem Gelände von Gerhard Reinwand, ein Kleinod ganz besonderer Art, oder die schmackhaften selbstgebackenen Kuchen und Torten - alle halfen irgendwie mit.


Verlass auf den Ortsverein

Ortsvereinsvorsitzender Herbert Merkel kann sich auf einen Ortsverein verlassen, der das Leben in diesen kleinen, wunderschönen Flecken fest in der Hand hat. Dabei sind beileibe nicht alles Landwirte. Das läuft bei den meisten von ihnen nebenbei.

Sie sind in vielfältigen Berufen im Umland beschäftigt. Beate Ruff zum Beispiel ist Lehrerin in Mühlhausen. Selbst aktiv im Dorfverein tätig, wie ihre gesamte Familie, kann sie viel über die Highlights und kleinen Sehenswürdigkeiten im Ort erzählen. Ihr Mann ist Schriftführer im Dorfverein und Sohn Christoph hatte an diesem Kirchweihtag das Kommando über die Baumaufsteller.

"Unseren Kindern und Jugendlichen soll von Anfang an ein tiefes Heimatgefühl vermittelt werden, sie sollen sich hier fest verwurzelt fühlen, wenn sie später einmal, wie ihr Sohn Christoph, die Welt kennenlernen. Sie sollen von Anfang an lernen, in der Gemeinschaft ihren festen Platz zu behaupten." Selbst ihre Schwester Heike Ruff, die gegenwärtig aus Argentinien in Frickenhöchstadt zu Besuch ist, half bei dieser Kerwa tatkräftig mit und übernahm ebenfalls bereitwillig eine Aufgabe.

Ein weiterer Höhepunkt der Kerwa war am Sonntag die Übergabe einer Spende der Dorfgemeinschaft von 500 Euro an die Kinderherz-Station Erlangen und einer Spende an den Posaunenchor Gleißenberg, der regelmäßig in Frickenhöchstadt aufspielt.

Die anfeuernden Rufe der Kerwaburschen beim Verankern der Fichte: "Amadeus, du sollst klopfen, nicht streicheln" hallten über den Dorfweiher, bevor zuerst der Dorfvereinsvorsitzende Herbert Merkel von den Burschen in den Badeweiher befördert wurdr. Dann setzten sie alle auf Kommando zu einem Sprung ins kühle Nass des Weihers an. Für den musikalischen Rahmen der Frickenhöchstadter Kerwa sorgten Sound 2 Soak aus dem Würzburger Raum, Dieter Löb mit seinem Akkordeon und die Jugendkapelle Burghaslach.