Manche Straßennamen lassen einen wirklich stutzen. Woher kommt es, dass eine Straße heißt, wie sie heißt? Das fragen sich sicherlich einige von uns. Die Stadt Herzogenaurach ist dieser Frage auf den Grund gegangen. Auf Anregung der Bürger hin hat Irene Lederer, Archivleiterin von Herzogenaurach, nachgeforscht, was es mit den Straßennamen auf sich hat.

Schon einige Schilder der Stadt sind seit einigen Jahren nach ihrem historischen Ursprung bezeichnet worden. "Wir haben nur etwas fortgesetzt, was komischerweise nicht weitergeführt wurde", erklärt Bürgermeister German Hacker (SPD). An der Kellergasse wurde am Dienstag, 7. August, das erste erklärende Schild befestigt. Sie ist benannt nach Dr. Franz Seraph von Keller (1831-1914), Dompropst und Ehrenbürger der Stadt Herzogenaurach. Er wurde zum Ehrenbürger ernannt, da er eine erfolgreiche geistliche Laufbahn hingelegt hatte und außerdem 20000 Mark spendete für die Errichtung eines Kinderheims in der Stadt.

Insgesamt werden 114 neue Schilder in montiert werden. "Heute war der Startschuss, in den nächsten Tagen geht es weiter", erklärt Judith Jochmann, Mitorganisatorin der Aktion. Der arbeitsaufwändigste Teil sei gewesen, alle Straßen abzufahren und nachzuforschen, ob es denn überhaupt jemanden gegeben hat, nachdem sie benannt sein könnten. Bei der Schürrstraße sei es extrem schwierig gewesen, herauszufinden, nach wem sie benannt wurde, da es zwei Ehrenbürger mit dem Namen Schürr gebe. "Hier haben wir es dann mit der Zeit verglichen, in der der Straßenname entstanden ist, und dann Johann Schürr als den passenden Ehrenbürger nennen können", sagt Lederer.

Alle Straßennamen werden im Amtsblatt veröffentlicht werden. Natürlich gebe es auch Straßen, die nicht bezeichnet würden, da ihr Name auf Städte zurückgehe, wie etwa die Bamberger oder die Erlanger Straße. "Wer bis Ende des Jahres seine Straße nicht im Amtsblatt findet, der kann sich melden", meint Jochmann.
"Es ist sowohl für Einheimische als auch für Gäste interessant, zu wissen, woher die Straßennamen stammen", findet Hacker. Er lobt vor allem den Baubetriebshof für sein großes Engagement. In Zukunft ist es also ein Sprung in die Vergangenheit, wenn man durch Herzogenaurachs Straßen fährt.